Westerstetten Trauer um Pfarrer Ernst Tatarko

Ernst Tatarko bei der Feier zu seinem Priesterjubiläum 2010. Er starb im Alter von 98 Jahren. Foto: Matthias Kessler
Ernst Tatarko bei der Feier zu seinem Priesterjubiläum 2010. Er starb im Alter von 98 Jahren. Foto: Matthias Kessler
Westerstetten / JOS 07.08.2013
Katholiken in der Region trauern um Ernst Tatarko. Der Geistliche, der 43 Jahre lang in Westerstetten wirkte, starb am Montag im Alter von 98 Jahren.

Er war mit großer Hingabe und Treue Priester und er war ein Vorbild für andere. So würdigt der Ulmer Dekan Matthias Hambücher Monsignore Ernst Tatarko, der am Montag im Alter von 98 Jahren in Geislingen starb. Der Priester wirkte 43 Jahre lang, von 1958 bis 2001, in Westerstetten, wo er auch seinen Ruhestand verbrachte. In Westerstetten wird er am Samstag beigesetzt, Totenoffizium und Requiem beginnen um 13 Uhr in der Kirche St. Martin.

Ernst Tatarko stammte aus Leibitz in der Slowakei. 1940 wurde er in seiner Heimat zum Priester geweiht. Zum Kriegsende musste er wie viele andere Deutsche die Tschechoslowakei verlassen, kam über Regensburg und Stuttgart schließlich 1946 nach Tomerdingen. "Ich war der Flüchtlingspfarrer", erzählte er im Januar 2010 in einem Gespräch zu seinem 70-jährigen Priesterjubiläum. Er betreute Flüchtlinge in sechs Gemeinden, ging mit einem Koffer auf dem Rücken von Dorf zu Dorf und predigte in Schulen, Gasthäusern und manchmal in evangelischen Kirchen. 1958 übernahm Tatarko die Priesterstelle in Westerstetten. Auf Landesebene setzte er sich später für Vertriebene ein, wurde zum Sprecher der Karpatendeutschen gewählt und knüpfte Kontakte in die alte Heimat. Dafür bekam er 1985 vom Papst den Titel "Monsignore" verliehen. Bischof Dr. Georg Moser hatte den in der Seelsorgeeinheit Westerstetten-Lonsee und im Dekanat Ulm-Ehingen sehr geschätzten Priester 1978 zum "Geistlichen Rat" ernannt.

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