Förmlich überrannt worden ist das Baustellen-Café in Erbach, das am Wochenende eröffnet hat. Schon bei der Feier für geladene Gäste am Freitag hatte Bürgermeister Achim Gaus vorhergesagt, dass die Gäste am Samstag sicher bis Bach Schlange stehen würden – so groß sei das Interesse. Nun, Samstag und Sonntag standen die Erbacher zwar nicht bis Bach, aber es war mächtig viel los im neuen Café: Seniorinnen, die den klassischen Nachmittagskuchen bestellten, Jugendliche, Familien mit Kindern – die einen wärmten sich nach einem Spaziergang auf, andere verlegten kurzerhand das Frühstück ins Café.

Allen gemeinsam war: Sie fanden es urgemütlich, unter anderem, weil die Einrichtung aus einem Sammelsurium gespendeter Möbel besteht. „Guck, do isch unser Tisch“, sagte eine Frau zu ihrem Begleiter – ganz offensichtlich die Spender des guten Stücks. Nicht wenige versprachen, Stammgäste zu werden. So wie Susanne Amman, die gegenüber einen Friseurladen betreibt. „Immer dienstags, da kommen wir rüber“, versprach sie Pächterin Filiz Lemmermeyer. Dabei könne man sich austauschen und über mögliche gemeinsame Aktionen sprechen. Manche Gäste bewiesen Sitzfleisch, andere machten Platz für neue Gäste, sobald Tasse und Teller leer waren. Die 35-jährige Lemmermeyer kam aus dem Strahlen nicht heraus angesichts des Zuspruchs und des vielen Lobs.

Als der Handwerker- und Gewerbeverein (HGV) auf die Stadt zugekommen sei, habe er das Café sofort für eine gute Idee gehalten, sagte Bürgermeister Gaus in seiner Ansprache. Damit werde schon zu Beginn der Innenstadtsanierung ein Treffpunkt geschaffen, der Aufenthaltsqualität bietet, die Erbacher zusammenführt und einen Infopunkt für die Planungen und deren Fortschritt bietet. „Der Stadt hätte nichts Besseres passieren können“, bedankte sich Gaus. Er überreichte Lemmermeyer ein Tablett mit Wappen-Tassen der Stadt. „Was sich halt bei uns so angesammelt hat. Die sind hier besser aufgehoben“, sagte Gaus.

HGV-Vorsitzender Thomas Knöpfle bedankte sich bei der Kommune, dem Landratsamt, dem Fachdienst Gesundheit, zum Beispiel für die Unterstützung bei der Umnutzung des früheren Blumenladens und Tipps, was es bei der Einrichtung eines Cafés zu beachten gilt. „Das war ein gutes Miteinander ohne bürokratische Hürden.“ Ein weiterer Dank galt der Donau-Iller-Bank als Besitzerin des Hauses. Sofort nachdem die rechtlichen Verhältnisse geklärt waren, habe der HGV den Schlüssel bekommen, der für das Café eine symbolische Miete von einem Euro pro Halbjahr bezahlt.

Filiz Lemmermeyer bedankte sich bei allen Helfern, die ihr vom Fliesen bis zum Einrichten mit Rat und Tat zur Seite gestanden seien und ihr geholfen haben, ihren langgehegten Traum von einem Café zu erfüllen. Tolle Idee, tolle Umsetzung, fasste die Dellmensinger Rektorin Rosemarie Hanesch zusammen. „Jetzt sind die Erbacher dran, das anzunehmen.“

Selbstgemachte Kuchen und Snacks


Öffnungszeiten Das neue Bau­stellen-Café befindet sich in der Erlenbachstraße 41, schräg gegenüber des Erbacher Rathauses. Geöffnet ist es sonntags 10 bis 18 Uhr, dienstags und Mittwochs 8 bis 14 Uhr, donnerstags 8 bis 21 Uhr, freitags 8 bis 18 Uhr, samstags 10 bis 14 Uhr. Geboten werden selbst gebackene Kuchen sowie frische Snacks.