Verbrechen Tötungsdelikt in Suppingen: Anklage wohl erst im neuen Jahr

Die Ermittlungen im Suppinger Tötungsdelikt dauern an.
Die Ermittlungen im Suppinger Tötungsdelikt dauern an. © Foto: Ralf Zwiebler
Suppingen / Joachim Striebel 06.12.2018
Im Falle der getöteten Frau in Suppingen sind die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen.

Im Fall des Gewaltverbrechens von Suppingen bleibt der Ehemann des Opfers der einzige Tatverdächtige. Der 40-Jährige, der am 2. November seine 30-jährige Frau in der Wohnung in Laichingen-Suppingen getötet haben soll, sitzt nach wie vor in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen der Polizei sind noch nicht abgeschlossen. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Ulm, Michael Bischofberger, rechnet nicht damit, dass noch in diesem Jahr eine abschließende Akte der Polizei an seine Behörde übergeben werden kann. „Sobald es das Ermittlungsverfahren zulässt“, werde die Staatsanwaltschaft an der Anklageerhebung arbeiten, und zwar rasch, sagt Bischofberger. Denn es dürfe niemand länger als nötig in Untersuchungshaft sitzen.

Der Oberstaatsanwalt gibt keine Antwort auf die Frage, ob der 40-Jährige bereits ein Geständnis abgelegt hat. Der Umfang und die Akribie der polizeilichen Ermittlungen lassen vermuten, dass die Kripo möglichst viele Fakten sichern will, es also möglicherweise zu einem Indizienprozess kommen könnte.

Nachdem die 30-jährige Frau, die an einem Stand auf dem Laichinger Wochenmarkt arbeitete, am Samstagmorgen nicht zur Arbeit erschienen war, hatten Kollegen den Vater verständigt, der dann kurz nach 7 Uhr die Tochter leblos in deren Wohnung in der Suppinger Kirchgasse fand. Die Polizei ließ eine umfangreiche Spurensicherung und Spurensuche anlaufen. Die Ermittlungen führten zur Festnahme des Ehemannes am Abend nach der Tat in Heroldstatt.

Umfangreiche Suchaktionen

Der Mann war am Tag zuvor gegen 18 Uhr mit dem Bus von Laichingen nach Suppingen gefahren. Weil er einen Rollstuhl dabei hatte, war er aufgefallen. Die Polizei suchte Zeugen, um Hinweise auf den Mann und auf seinen Rückweg nach Laichingen nach 22 Uhr zu bekommen. Außerdem sollten sich Leute melden, die blutige Kleidung oder Gegenstände mit Blutspritzern gefunden haben. Die Ermittler lassen sich auch knapp fünf Wochen nach der Tat nicht in die Karten schauen. Sie geben keine Ergebnisse der Zeugenhinweise bekannt und verraten nicht, was die umfangreichen Suchaktionen mit vielen Beamten und einem Polizeihubschrauber in Suppingen, Laichingen und umliegenden Orten ergeben haben. Bei allem, was sich in der Wohnung abgespielt habe, handele es sich um Täterwissen, das nicht nach außen gegeben werde.

Platzverweis gegen Ehemann

Spannungen zwischen den Eheleuten und Drohungen des 40-Jährigen hatte es schon zuvor gegeben, woraufhin die Behörden einen Platzverweis gegenüber dem Mann ausgesprochen hatten. Er durfte sich nicht der ehemals gemeinsamen Wohnung in Suppingen nähern. Wie Bischofberger am Mittwoch sagte, war der zeitlich befristete Verweis schon Wochen vor der Tat ausgelaufen. Die Frau, die im Kontakt mit den Behörden stand, habe keine Verlängerung beantragt. Es seien auch keine Verstöße gegen den Platzverweis bekannt geworden.

Wie berichtet, war der 40-Jährige im September stationär in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht gewesen, laut Staatsanwaltschaft zum eigenen Schutz, nicht aufgrund einer richterlichen Anordnung. Dennoch war er dort aus dem Fenster gesprungen und hatte sich Verletzungen zugezogen. Anzeichen dafür, dass der 40-Jährige der Frau, die sich von ihm getrennt hatte, etwas antun wollte, hatte es laut Staatsanwaltschaft nicht gegeben.

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Aufenthalt Die Kinder des Opfers und des in Haft sitzenden Verdächtigen sind nach der Tat von den Großeltern aufgenommen worden. Laut Landratsamt Alb-Donau-Kreis hat sich daran nichts geändert. Auch zuvor hielten sich die drei Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter oft bei den Eltern der Mutter auf.

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