Vortrag Thomas Mahr stellt Georgien vor

Thomas Mahr präsentierte auch viele Bücher.
Thomas Mahr präsentierte auch viele Bücher. © Foto: Barbara Hinzpeter
Langenau / Barbara Hinzpeter 13.10.2018

Characters – das englische Wort steht nicht nur für Figuren in Film, Theater und Literatur, sondern auch für Buchstaben und Schriftzeichen. Wegen dieser doppelten Bedeutung passe das Motto „Made of Characters“ hervorragend zum diesjährigen Buchmesse-Gastland Georgien, findet der Langenauer Buchhändler Thomas Mahr.

Denn dieses besitze nicht nur eine vielfältige Literatur, sondern auch eine eigene Schrift, die zum Unesco-Weltkulturerbe erklärt ist. „Blumiger kann kein Alphabet sein“, sagte Mahr. Wie jedes Jahr stellte er kürzlich in seiner Buchhandlung das Land vor, das bei der Frankfurter Buchmesse im Fokus steht.

Kein einfaches Unterfangen, denn die kleine Kaukasus-Republik ist reich an Tradition. Die Heimat des Goldenen Vlieses und des Helden im Pardelfell ist reich an Mythen und Sagen. Das spiegelt sich ebenso in der Literatur wider wie in der wechselvollen Geschichte, die neben Glanzzeiten zahlreiche Eroberer sah – Perser, Römer, Osmanen und Mongolen, um nur einige zu nennen.

Mahr streifte durch die Geschichte von der Antike bis zur Gegenwart,  zeichnete ein anschauliches Bild – auch mit Hilfe von Verweisen auf einige der rund 160 Werke aus oder über Georgien, die zur Buchmesse übersetzt worden oder erschienen sind. 28 Titel standen auf der Liste, die den Besuchern ausgeteilt worden waren, die meisten davon stellte Mahr kurz vor.

Darunter seinen „absoluten Favoriten“, der Ende des 19. Jahrhunderts geschrieben wurde: „Samanischwilis Stiefmutter“ von Dawit Kldiaschwili. Doch auch in der Gegenwart habe Georgien eine literarische Qualität und Fülle zu bieten, die eine Entdeckungsreise lohne. Apropos Reise: Die bei Touristen aus dem Westen sehr angesagte Kaukasus-Region sei schon immer Sehnsuchtsland der Russen gewesen und Zufluchtsort für Diplomaten. „Wenn sie der russischen Küche überdrüssig waren, mussten sie wegen dringender Angelegenheiten nach Georgien“, sagte Mahr.

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