Artenvielfalt Test: Magerrasen auf Damm

Erbach / swp 07.06.2018

Die Interessen der Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm (SWU) und der Naturschützer des BUND sind in diesem Fall die gleichen: Gemeinsam haben sie daher auf dem Donaudamm auf Höhe von Ersingen Blühsamen für einen Magerrasen ausgebracht. Das sei ein Test, bei dem festgestellt werden soll, ob sich der Magerrasen auf solchen Dämmen tatsächlich ansiedeln lässt, schreiben die SWU in einer Mitteilung. Die Idee dazu hatte Erwin Schenk, Vorsitzender der BUND-Ortsgruppe Erbach: „Auch hier im Donautal zeigt sich, wie offene, extensiv genutzte Wiesen immer mehr durch Bäume und Büsche verdrängt werden. Das ist schlecht für Insekten, Wildbienen und Eidechsen, die auf offenen Flächen mit Wiesen und Blumen ihren Lebensraum finden.“

Mitarbeiter der SWU haben bereits im Januar den Damm oberhalb des Wasserkraftwerks Donaustetten von Gehölzen und Büschen befreit. Befreien müssen, wie die SWU betonen. Denn der über die Jahre entstandene wilde Bewuchs habe mit seinem Wurzelwerk den Damm unterhöhlt und porös gemacht. Das können die SWU als Betreiber der Anlage aus Sicherheitsgründen nicht hinnehmen. Für diese Rodungen werde nun „ein tragfähiges Gesamtkonzept mit Artenschutzprojekten“ an anderer Stelle geschaffen. Umso besser sei, dass mit einfachen Mitteln an der selben Stelle die Ökologie verbessert werden konnte. Bewähre sich die Aussaat bei Ersingen, könnte Magerrasen großflächig auf den von den Stadtwerken unterhaltenen Dämmen ausgesät werden, schreiben die SWU. Für Erwin Schenk wäre das ein großer Fortschritt: „Dauergrünland, insbesondere extensiv genutzten Grünlandflächen, kommt bei der Biodiversität, der Vielfalt der Arten und Lebensräume besondere Bedeutung zu.“

Die Stadtwerke befassen sich nach eigenen Angaben schon länger mit dem Thema „offene Wiesen“. Ein ähnlicher Test mit Magerrasen-Aussaat ist seit dem Frühjahr auf dem Gelände der SWU-Gasreglerstation im Neu-Ulmer Gebiet Steinhäule im Gang.