Berghülen Team-Manager mit Energie

Der stellvertretende Bürgermeister Karl Kücherer (rechts) hat Bürgermeister Bernd Mangold für eine neue Amtszeit in Berghülen verpflichtet und sich bei dessen Ehefrau Marieluise mit Blumen bedankt. Foto: Brigitte Scheiffele
Der stellvertretende Bürgermeister Karl Kücherer (rechts) hat Bürgermeister Bernd Mangold für eine neue Amtszeit in Berghülen verpflichtet und sich bei dessen Ehefrau Marieluise mit Blumen bedankt. Foto: Brigitte Scheiffele
BRIGITTE SCHEIFFELE 14.04.2014
Berghülen ist schuldenfrei, der Ort erzeugt mehr Energie als er selbst benötigt: Als Bürgermeister hat Bernd Mangold in 24 Jahren viel bewegt. Jetzt ist er mit viel Lob für eine vierte Amtszeit verpflichtet worden.

Mit zustimmendem Kopfnicken reagierte Bernd Mangold auf ein Zitat des früheren Stuttgarter Oberbürgermeisters Manfred Rommel, das der stellvertretende Berghüler Bürgermeister Karl Kücherer vortrug. Rommel wurde gefragt, was er anders machen würde, wenn er 22 Amtsjahre wiederholen könnte. Seine Antwort: "Mich nicht mehr über jeden Dreck so aufregen." Aufregungen mag es auch in den nächsten acht Jahren für den Vollblutpolitiker Mangold geben: Nach 24 Jahren im Amt ist der 56-Jährige am Freitag für eine weitere Periode verpflichtet worden. Groß war die Gästeschar bei der Feier in der Auhalle, bei der Kücherer auf Mangolds Amtsjahre zurückblickte: Einen Schuldenstand von 1200 Euro pro Einwohner hatte er von seinem Vorgänger übernommen hatte. Heute ist Berghülen schuldenfrei und aus dem beschaulichen Albdorf sei eine konkurrenzfähige und moderne Gemeinde geworden. Baugebiete wurden in Berghülen und Bühlenhausen ausgewiesen, Gewerbebetriebe haben sich angesiedelt, Kindergarten, Schule und andere öffentliche Einrichtungen, auch im kleinsten Teilort Treffensbuch, wurden saniert oder neu gebaut. Auch die Vereine habe er immer unterstützt. Mangold sei ein "Team-Manager im besten Sinne", wolle die Menschen mitnehmen und habe seinen schwäbischen Humor nie verloren, sagte Kücherer.

Als eigentlich "grüner Bürgermeister" habe sich Mangold in der Bürgerenergiegenossenschaft stark gemacht, in der 240 Mitglieder mit mehr als einer Million Euro am ENBW-Windpark Berghülen beteiligt sind. Inzwischen ist die Gemeinde mit der Erzeugung regenerativer Energie rechnerisch stromautark, erzeugt mehr, als sie selbst verbraucht.

"Fast 90 Prozent der abgegebenen Stimmen haben dich bestätigt und unterstützen dich. Unterstützung ist für eine gute Leistung nötig", sagte Landrat Heinz Seiffert und lobte die "schuldenfreie Gemeinde Berghülen, in der trotzdem maßvoll investiert" worden sei.Mangold selbst dankte für die Rückenstärkung durch die überzeugende Wiederwahl: Bei einer Wahlbeteiligung von 53 Prozent hatte er Ende Januar 88,5 Prozent der Stimmen erhalten.