Tattoo Tätowierer entdecken Langenau für sich

Langenau / Karin Mitschang 21.06.2018
Der schon seit fünf Jahren tätige Manuel Lojko aus Langenau sowie Tibor Pavel aus Ungarn eröffnen in der Naustadt jeweils Läden für die Hautverschönerung.

Die Spezialität von Manuel Lojko sind Cover-Ups, also Aufwertungen schon bestehender Tattoos, sowie Watercolor-Mandalas. Wie der Langenauer unter der Haut die Illusion verlaufender Wasserfarben erzeugt, verrät der 29-Jährige nicht. „Das ist schon ein Geschäftsgeheimnis“, sagt der KFZ-Mechatroniker, der seit mehr als fünf Jahren seine Dienste in zwei Friseursalons in der Naustadt anbietet. „Es sind dieselben Farben, nur die Technik ist anders.“ In wenigen Wochen will er raus aus den Hinterzimmern und seinen Traum vom eigenen Studio in der Heimatstadt wahr machen: „Die Einrichtung habe ich schon“, sagt der künstlerisch Begabte, der das Geschäft hell und modern einrichten will.

Mit einem Kumpel hatte er sich einst ein Tattoo-Set angeschafft und erst auf Hautimitaten geübt, bevor er nach und? nach die Freunde mit Motiven verschönerte?– zuerst kostenlos, später immer professioneller. Nach Entwürfen auf Papier oder am Computer druckt Lojko die Motive auf seinem Matrizendrucker aus, bessert sie mit Bleistift oder Kugelschreiber nach und überträgt sie mittels Transferflüssigkeit auf die Haut, bevor sie mit? Farbe gestochen werden (siehe Info). Gefragt seien die Mandalas stark bei Frauen. Auch klassische Porträt-Motive von Marilyn Monroe, Johnny Depp oder dem eigenen Hund setzt Lojko jedoch auch um. Nur Tribals gibt es bei ihm nicht, „weil ich nichts darin sehe“.

Eine Ausbildung gebe es nicht, sagt der 29-Jährige, der schon immer gerne gezeichnet hat und für den es ein Traum war, „morgens nicht aufzustehen und arbeiten zu müssen, sondern zu dürfen“. Dass Tätowieren ihm liegt, merkte er durch das Probieren. Mittlerweile gebe es auch Videos im Internet dazu, „aber man lernt es vor allem in Studios als Praktikant“. Lojko war öfter Gast-Tätowierer in Studios in ganz Deutschland, in Österreich, und zuletzt auch in Italien.

Schon eröffnet hat in der vergangenen Woche der ungarische Tätowierer Tibor Pavel, der bisher fünf Jahre in einem Studio in Budapest gearbeitet habe und voll auf Freihand setzt. Seine Großtante Csabane Pavel, die seit einigen Jahren in Langenau wohnt, hat mit ihrem Mann Bernd Hiller den Laden in der Hindenburgstraße für den 25-Jährigen umgebaut. Die Geschäftsführerin fungiert auch als Dolmetscherin, bis Tibor Deutsch gelernt hat. Seine Spezialität seien Mandalas und vor allem Schwarzweiß-Motive wie Tribals und Maori.

„Er will sich immer weiterentwickeln, auf Messen gehen, sich in Trends wie Watercolor und 3D-Technik verbessern“, erzählt Bernd Hiller. Der Laden werde donnerstags fünf Stunden offen haben, zur Eröffnung gibt es derzeit einen Stundensatz von 50 bis 60 Euro, bis die Langenauer den Tattoo-Künstler kennen gelernt haben, später kosten die Dienste dann 70 bis 80 Euro die Stunde. Manuel Lojko erhebt bei kleineren Motiven Festpreise und über 400 Euro einen Stundensatz von 100 bis 120 Euro. Beide sind ganz sicher, dass das klappt mit den neuen Studios in Langenau. Bernd Hiller schaut bereits weiter in die Zukunft: „Unser Traum ist es, eine zweite Zweigstelle in Giengen zu eröffnen und einen erfahrenen Kollegen von Tibor ebenfalls nach Deutschland zu holen.“

Technik, Historie und Inhaltsstoffe

Technik
Beim Tätowieren wird eine Mischung aus Pigmenten, Wasser, Alkohol und Glycerin mittels einer oder mehrerer Nadeln per Hand oder mit einem Gerät in die zweite Hautschicht eingebracht – in Langenau mit bis zu 13 Nadeln, je nach Technik. Vor dem Gesetz gilt ein Tattoo als Körperverletzung, deshalb müssen Kunden eine Verzichtserklärung unterschreiben.

Historie
Die ältesten Tattoos der Welt wurden laut Wikipedia an den Mumien von Gebelein (Ostägypten) gefunden, es wird auf ein Alter von mehr als 5350 Jahren geschätzt. Die heutige Tattoo-Kultur wurde auch durch die polynesische Maori-Kultur beeinflusst.

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