Vortrag Täglich eine Stunde Tiefe für die Balance  

Der Gehirnspezialist Volker Busch forscht in Sachen Stress, Schmerz und Emotionen.
Der Gehirnspezialist Volker Busch forscht in Sachen Stress, Schmerz und Emotionen. © Foto: Patrick Fauß
Langenau / Patrick Fauß 19.07.2018

Multitasking, können wir das?“, fragte Gehirnforscher Volker Busch vor der mit 500 Zuhörern nahezu vollbesetzten Langenauer Stadthalle. Die Friedrich-Schiller-Realschule hatte zum Vortrag eingeladen, in dem Busch Tipps gab, wie Menschen in einer reizüberfluteten Welt besser klarkommen.

So riet Busch, eine Stunde am Tag als „Fokuszeit“ zu deklarieren. Das Handy auszuschalten und sich „in die wichtigste Sache des Tages zu vertiefen“. Dabei komme immer etwas Sinnvolles heraus, denn „Reizarmut beflügelt die Kreativität“. Unterbrechungen sollten in dieser Zeit ausgeschaltet werden. Nach einer Unterbrechung, beispielsweise durch eine App-Nachricht, brauche das Gehirn fünf bis acht Minuten, bis es ein Thema mit der gleichen Intensität verfolgen könne, wie zuvor.

Thema Multitasking: „Wir können es nicht“, sagte Busch. Das Gehirn habe die Fähigkeit, sich immer nur auf eine Wahrnehmung zu konzentrieren. Zwar könne man, wie mit einer Fernbedienung beim Fernsehen, zwischen verschiedenen Wahrnehmungen Hin und Her zappen. „Aber es geht immer etwas verloren.“

„Wir sind heute alle sehr gleichzeitig, aber nicht effizient, die Fehlerrate steigt“, fasste Busch das Problem  zusammen, wie es sich in der Arbeitswelt darstellt. Kreativität werde dem Gehirn durch Unterbrechungen mit Mails, Anrufen oder App-Nachrichten förmlich abtrainiert. Besonders negativ könne sich dies auf Heranwachsende auswirken. Kinder unter zwölf Jahren sollten aus diesem Grund kein Smartphone bekommen.

Volker Busch ist seit rund 15 Jahren als Neurowissenschaftler, Arzt und Trainer tätig. Als Leiter einer Arbeitsgruppe an der Universität Regensburg forscht Busch an psychophysiologischen Zusammenhängen von Stress, Schmerz und Emotionen.

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