Abfindung Surteco: Höhere Abfindungen für Ältere

Bis 2016 soll das Laichinger Werk I von Surteco (früher: Süddekor) schließen, die vier Druckmaschinen kommen in die Zentrale im Landkreis Dillingen.
Bis 2016 soll das Laichinger Werk I von Surteco (früher: Süddekor) schließen, die vier Druckmaschinen kommen in die Zentrale im Landkreis Dillingen. © Foto: Graser-Kühnle Sabine
Laichingen / PETER SCHUMANN 04.02.2015
Etwa 70 Mitarbeiter von Surteco in Laichingen wechseln zum Firmensitz nach Buttenwiesen. An der Berechnung der Abfindungen gibt's Kritik.

Bis Ende des Jahres soll der Druckbereich von Surteco in Laichingen - früher Süddekor - vollständig an den Unternehmenssitz in Buttenwiesen-Pfaffenhofen (Kreis Dillingen) verlagert werden. Die Produktion in Werk I des Oberflächenherstellers wird stillgelegt, das Gebäude noch teilweise als Lager genutzt. 285 Arbeitsplätze baut Surteco in Laichingen ab, bietet den Mitarbeitern aber an, den Umzug nach Buttenwiesen mitzumachen. Etwa 70 Beschäftigte nehmen nach den Worten des Gesamtbetriebsratsvorsitzenden Vinzent Cesare dieses Angebot an. Für die anderen wird eine Transfergesellschaft gegründet, in der sie 80 Prozent des früheren Nettogehalts bekommen. Bis zu 67 Prozent davon bezahlt die Agentur für Arbeit, den Rest Surteco. Bis zu zwölf Monate können Gekündigte dort verbleiben, die Dauer hängt von der jeweiligen Kündigungsfrist ab. In der Transfergesellschaft sollen sich die Mitarbeiter weiterqualifizieren und Unterstützung bei Bewerbungen erhalten.

Die Gespräche mit der Geschäftsführung über Sozialplan und Abfindungen seien nicht einfach gewesen, sagt der Betriebsratsvorsitzende, "es waren manchmal zähe Verhandlungen". Man habe fast vier Monate lang gerungen, sich in dieser Zeit mindestens zwei Mal pro Woche getroffen. Nicht alle von der Werksschließung betroffenen Mitarbeiter seien mit dem Ergebnis zufrieden, räumt Cesare ein. Besonders unter den jungen Mitarbeitern herrsche wegen der Abfindungen Verdruss. Deren Höhe wird anhand von Bruttojahresgehalt, Betriebszugehörigkeit und Alter ermittelt. Mit der Folge, dass ältere gegenüber jüngeren Beschäftigten besser gestellt sind. Die jüngeren Mitarbeiter seien deshalb unzufrieden, sie fühlten sich benachteiligt, sagt Cesare. Der Betriebsratsvorsitzende betont aber: "Die Lösung ist trotzdem gerecht, weil die Jüngeren leichter wieder Arbeit finden."

Cesare selbst, der seit 16 Jahren bei Süddekor angestellt ist, hat sich entschlossen, den Umzug nach Buttenwiesen nicht mitzumachen.

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