Ehe Masten errichtet und Stromleitungen gezogen werden, kreischen die Motorsägen. Mit Rodungen zwischen Ulm und Laupheim beginnen voraussichtlich im Dezember diesen Jahres die Vorbereitungen für die Elektrifizierung der Südbahn. Der Spatenstich zum offiziellen Baustart sei für Frühjahr 2018 geplant, Ort und Zeitpunkt stünden noch nicht fest, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn gestern. Jedenfalls sei davon auszugehen, dass der symbolische Akt im ersten Bauabschnitt zwischen Ulm und Laup­heim-West vollzogen werde.

Das Unternehmen bestätigte gestern auch, dass der genannte Südbahn-Abschnitt vom 10. September 2018 bis zum 21. Dezember 2018 komplett gesperrt werde (wir berichteten). In dieser Zeit müssen zwischen Ulm und Laupheim-West die Züge durch Busse ersetzt werden. Diesen Schienenersatzverkehr zu planen, ist Aufgabe der Zug-Bus Regionalverkehr Alb-Bodensee (RAB) mit Sitz in Ulm. Die Planungen werden der Mitteilung zufolge mit dem Land und dem Interessenverband Südbahn abgestimmt. Die 15 Wochen dauernde Vollsperrung solle genutzt werden, um auch Instandhaltungsarbeiten auszuführen, die nicht mit der Elektrifizierung zusammenhängen. Würden die Arbeiten bei laufendem Betrieb, also bei nur eingleisiger Sperrung ausgeführt, müsste mit wesentlich längerer Bauzeit gerechnet werden, ergänzte der Bahnsprecher. Während der Vollsperrung sollen Oberleitungsanlagen und Stützwände errichtet sowie Arbeiten an der neuen Brücke an der Benzstraße im Ulmer Industriegebiet Donautal erledigt werden.

Im Abschnitt Laupheim-West bis Aulendorf stehen im nächsten Jahr ebenfalls Rodungen und Brückenarbeiten an. In den Abschnitten Aulendorf–Friedrichshafen und Friedrichshafen–Lindau sind noch keine Arbeiten geplant. Bis Ende 2021 soll die gesamte Strecke elektrifiziert sein, die Kosten betragen voraussichtlich etwa 220 Millionen Euro.