Region Stromschläge für Hunde stoßen auf Unverständnis

Ein Schutzhund muss hart im Nehmen sein. Bei ihrer Ausbildung dürfen aber keine Stromschläge eingesetzt werden, was auf diesem Bild auch nicht der Fall ist.
Ein Schutzhund muss hart im Nehmen sein. Bei ihrer Ausbildung dürfen aber keine Stromschläge eingesetzt werden, was auf diesem Bild auch nicht der Fall ist. © Foto: Archiv (Matthias Kessler)
CHRISTINE LIEBHARDT 09.11.2013
In der Hundeausbildung sind Elektroreizgeräte verboten, dennoch werden sie eingesetzt. Auf unseren Bericht darüber reagierten Leser empört.

"Absolut unmöglich! Wer so was macht, kann sein Tier nicht lieben!", schreibt Carmen Birle-Volkmann auf der Facebook-Seite unserer Zeitung. "So was" heißt: Schäferhunde per Funk mit Stromschlägen traktieren, damit sie gehorchen. Laut dem Ulmer Hundeausbilder Oliver Baier ist das eine auch in der Region durchaus verbreitete Methode, um die Tiere zum Gehorsam zu zwingen. Dabei wird Hunden ein Teletakter umgelegt, ein spezielles Halsband, mit dem der Trainer aus der Ferne Elektroschocks auslösen kann. Die Geräte sind in Deutschland verboten, da sie erhebliche Schmerzen verursachen können.

Auf unseren Bericht reagierten viele Leser im Internet mit Unverständnis. Mareike Wolf schreibt: "Hammer, das geht gar nicht! Mit Menschen macht man das ja auch nicht." Cornelia Jemai hat beobachtet, dass Hunde während des Angriffs mit Plastikflaschen geschlagen werden.

Patrick Ziesel hingegen findet: "Ist zwar scheiße, aber wie sonst will man die Hunde wirklich scharf bekommen?" Er ist der Meinung, derart trainierte Hunde dienten eher dazu, beispielsweise in Gefängnissen eingesetzt zu werden. Dem widerspricht der ehemalige Hundeausbilder Christian Fröhlich, der schreibt, auch ihm hätten Besitzer ihre Hunde zum "Hetzen" gebracht: "Diese Tiere liefen in keinem Knast oder abgesperrten Bereich herum, sondern waren zum Teil ,Familientiere." Strom habe er nicht benutzt, doch es gebe genug andere Möglichkeiten, " so ein Tier scharf zu machen." Weil Fröhlich nicht schuld sein wollte, "wenn so ein Tier mal austickt", habe er aufgehört.

Viele Leser sind ganz gegen ein derartiges Training. Martina Pieczyk zum Beispiel: "Wenn wir nicht wollen, dass unsere Hunde Menschen beißen, müssen wir aufhören, ihnen beizubringen, Menschen zu beißen!" Das sieht auch Jule Ferreira-Neto so: "Die sollten gar nicht scharf gemacht werden."

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