Rockkonzert Strikte Auflagen für Festival mit Freiwild

Security-Mitarbeiter sollen das Musik-Festival „Rock Dein Leben“ in Laichingen absichern.
Security-Mitarbeiter sollen das Musik-Festival „Rock Dein Leben“ in Laichingen absichern. © Foto: Lsantilli - Fotolia
Laichingen / Thomas Spanhel 26.06.2018
Mit strikten Auflagen soll das Festival mit der Band Freiwild in Laichingen reibungslos über die Bühne gehen. Der Veranstalter arbeitet mit über 100 professionellen Security-Leuten zusammen.

Mit einem detaillierten Sicherheitskonzept soll das Musik-Festival „Rock Dein Leben“ vom 19. bis 21. Juli in Laichingen reibungslos verlaufen. Das hoffen die Veranstalter und der Flugsportverein, die bis zu 9000 Besucher auf dem Flughafengelände in Laichingen erwarten. Hauptbands sind Freiwild, Unantastbar und Krawallbrüder, alles Gruppen, die wegen ihrer Texte und früherer Beziehungen zu rechtsextremem Gedankengut umstritten sind.

Freiwild ist gegenwärtig eine der erfolgreichsten Deutschrock-Bands – und ähnlich wie die anderen in Laichingen auftretenden Musiker aus 19 Bands haben sie sich schon länger von rechtsextremem Gedankengut und Fremdenfeindlichkeit distanziert, lassen schon mal „Nazis raus“ auf Konzerten skandieren.

„Über 100 Security-Männer und bis zu 30 Sanitäter und andere Helfer werden dafür sorgen, dass es keine Probleme bei dem Festival geben wird“, sagt Andy Kamm, einer der beiden Veranstalter. Rund ein halbes Jahr hat er mit Polizei, Feuerwehr, Landratsamt, Gemeinden, Naturschutzbehörde und Rotem Kreuz an dem rund 250 Seiten umfassenden Sicherheitskonzept gearbeitet: Voraussetzung für die prinzipielle Genehmigung. „Wir haben an die Genehmigung strenge Auflagen geknüpft. Erfüllen die Veranstalter diese Auflagen, dann haben sie ein Recht darauf, die Veranstaltung zu machen“, erläuterte Laichingens Bürgermeister Klaus Kaufmann. Er erwarte daher auch keine Gefährdung durch das Großereignis.

Klare Regeln für Besucher

Vorgeschrieben wird etwa, dass die Besucher nur im Einbahnverkehr von Laichingen aus aufs Festival-Gelände fahren dürfen. Abfahren kann man nur in Richtung Feldstetten. Genau ist festgelegt, wo sich Rettungsdienste, Rettungswege, die Zelt- und Parkplätze der Festival-Besucher, Wohnmobil-Stellplätze oder die rund 90 Dixie-Klos befinden.

Denn von Donnerstag bis Sonntag wird mit weit über 5000 Leuten gerechnet, die auf dem Gelände übernachten könnten. Zwei große Besprechungen in Sachen Sicherheit fanden mit den Behörden statt, anschließend besserte der Veranstalter jeweils nach – so muss er etwa 25 Kubikmeter Wasser für einen möglichen Löscheinsatz vorhalten. Alles Dinge, die nicht billig sind. 7000 Besucher, schätzt Kamm, müssten es sein, damit er kein Minus mit der Veranstaltung macht.

Der Veranstalter kontrolliert am Eingang, dass zum Event keine rechtsradikalen T-Shirts oder andere extremistische Symbole mitgenommen werden: „Inzwischen wissen das rechtsextrem eingestellte Personen und kommen deshalb schon gar nicht mehr“, sagt Kamm.

Andreas Kamm bezeichnet sich als Antifaschisten

Veranstalter Andreas Kamm und sein Bruder veranstalten das Festival „Rock Dein Leben“ in Laichingen. Kamm arbeitet als Berufsfeuerwehrmann und betreibt im Nebenerwerb ein gemeinnütziges Integrationsunternehmen für behinderte Menschen. Mit diesem Unternehmen arbeitet er auch für die Gruppe Freiwild, für die er beispielsweise T-Shirts druckt. Kamm bezeichnet sich als Antifaschisten.

Debatte „Kunst, Grauzone oder einfach nur rechts?“ So heißt ein Vortrag heute (18 Uhr) im DGB-Haus Ulm. Michael Weiss spricht über Bands wie Freiwild und Berserker, die in Laichingen auftreten.

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