Was die Energie Baden-Württemberg Ostwürttemberg Donau Ries, kurz ENBW ODR, unter den Schlagworten „intelligente Infrastrukturlösungen“ und „Konzepte für die Zukunft der urbanen Umgebung“ in der vergangenen Woche dem Bernstadter Gemeinderat vorgestellt hat, klingt ein bisschen wie Science-Fiction: etwa eine Straßenlaterne, die via Mobilfunk- oder Glasfaseranbindung als öffentlicher Wlan-Hotspot fungiert. Das aber ist bei Weitem noch nicht alles.
Die Installation kann über Sensoren Außentemperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftdruck, Helligkeit sowie Feinstaub- und Lärmbelastung erfassen und an das Rathaus übermitteln. Sie kann mit einer integrierten Notrufeinheit auf Knopfdruck eine Direktverbindung zur Notrufzentrale aufbauen und obendrein mit einer Lademöglichkeit für Elektrofahrzeuge ausgestattet werden. Und: „Sie kann auch leuchten“, wie Philipp Röhrer von der ENBW ODR scherzhaft erklärte. Mit hocheffizienter, moderner LED-Technik, versteht sich.
Die Wlan-Funktion könne dank der im Inneren verbauten Antennen auch in herkömmliche Straßenlaternen eingebaut werden. Mögliche Standorte für die so genannten „Smart City Lights“ hatte Röhrer bereits im Blickfeld: Das Areal rund um die Riedwiesenhalle in Bernstadt, das in diesem Jahr neu gestaltet werden soll, sei ideal, ebenso das Gewerbegebiet Herdgasse mit seiner Gastronomie und dem nahegelegenen Radweg.
Ganz billig ist die Technik der Zukunft allerdings nicht: Ab 8500 Euro pro Stück sind die „Smart City Lights“ zu haben. Die Einrichtung des dazugehörigen Wlan-Hotspots kostet bei einer Anbindung über Glasfaser 49 Euro im Monat. Die Vertragslaufzeit ist zunächst auf fünf Jahre anberaumt.
Würden in der Gemeinde die bereits vorhandenen Straßenlaternen mit solch einem Hotspot für den öffentlichen Internetzugang nachgerüstet, fielen ähnliche monatliche Kosten an. Der Aufbau einer der neuen Straßenlaterne kostet einmalig 1000 Euro. Ob, wann und wo Bernstadt „Smart City Lights“ installieren wird, ist noch offen. Eine Diskussion fand unter den Ratsmitgliedern nicht statt.
„Wir wollten heute einen Blick nach vorne werfen“, sagte Bürgermeister Oliver Sühring in der Sitzung des Gemeinderats. Es schade nie, sich rechtzeitig über die Möglichkeiten für neue Infrastrukturprojekte zu informieren. Der Sachverhalt werde zu gegebener Zeit erneut auf der Tagesordnung des Gemeinderates landen und dann ausführlich beraten.
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