Eine Geldstrafe sowie ein Fahrverbot: So lautet der Strafbefehl wegen Nötigung, Bedrohung und Beleidigung, der einem 75-jährigen Mann aus Bellenberg dieser Tage zugestellt wird. Der Mann hatte Anfang Dezember vergangenen Jahres mit seinem äußert unangenehmen Auftritt am Bellenberger Bahnhof von sich Reden gemacht, als er einen dunkelhäutigen Mann aufs Übelste mit rassistischen Ausdrücken beschimpfte. Das Opfer – wie sich später herausstellte Afrikaner – hatte den Vorfall mit seinem Handy gefilmt und das Video ins Internet gestellt. Dort schlug der hasserfüllte Auftritt des Mannes in seinem Auto hohe Wellen. Diesen hatte die Polizei wegen des Kennzeichens schnell ermittelt. Deutlich aufwendiger war es für die Beamten, das Opfer des 75-Jährigen ausfindig zu machen.

Drohende Geste

Wie Thomas Mayer, Pressesprecher des Amtsgerichts Neu-Ulm, auf Nachfrage sagte, waren die am Bahnhof ausgesprochenen Beschimpfungen aber nicht alles: Vielmehr sei der 75-Jährige bereits zuvor in Bellenberg mit seinem Wagen auf den dunkelhäutigen Mann zugefahren, habe beschleunigt, damit der den Weg freimacht. „Der Mann ist natürlich zur Seite gesprungen“, sagte Mayer. Daraufhin habe der Bellenberger im Auto Blickkontakt zu seinem Opfer gesucht, ein Messer gezogen und mit einer Geste das Messer seinem eigenen Hals entlang gezogen – „als deutliche Drohung“, wie Richter Mayer die Geste interpretiert.

Seinen Worten nach hat das Amtsgericht den Strafbefehl gegen den Bellenberger auf Antrag der Staatsanwaltschaft Memmingen ausgestellt und verschickt.  Der Mann habe nun zwei Wochen Zeit, Einspruch dagegen einzulegen. Tut er das nicht, werden die Geldstrafe und das Fahrverbot rechtskräftig. Legt er Einspruch ein, kommt es zu einer Hauptverhandlung vor dem Amtsgericht.

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