Justiz Strafbefehl für Gaffer auf der A 8

Tödlicher Unfall auf der A8 bei Burgau.
Tödlicher Unfall auf der A8 bei Burgau. © Foto: Ralf Zwiebler
Günzburg / Helga Mäckle 07.12.2017
Geldstrafe und Fahrverbot: Das Amtsgericht Günzburg hat Strafbefehl gegen einen Gaffer auf der A 8 erlassen, der einen sterbenden Motorradfahrer gefilmt hatte.

Mit dem Strafbefehl gilt der Mann als vorbestraft: Gegen einen 50-Jährigen, der Anfang September auf der A 8 bei Burgau einen sterbenden Motorradfahrer gefilmt hatte, wurde eine hohe Geldstrafe und ein Fahrverbot verhängt – wegen unterlassener Hilfeleistung und der Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen. Das Amtsgericht Günzburg hat den Strafbefehl erlassen, bestätigte eine Sprecherin auf Anfrage. Rechtskräftig sei er noch nicht: Der Mann aus dem Landkreis Ravensburg kann noch Widerspruch einlegen, die Widerspruchsfrist beträgt zwei Wochen.

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Wie berichtet, war am 5. September diesen Jahres der Motorradfahrer, der mit einer Gruppe aus dem Landkreis Göppingen in Richtung München unterwegs war, auf der Autobahn in der Nähe von Burgau so schwer gestürzt, dass er noch an der Unfallstelle starb. Der 50-jährige Lastwagenfahrer stand in dem Stau, der sich in Folge des Unfalls gebildet hatte. Noch bevor der Notarzt eintraf, stieg der Mann aus seinem Führerhaus, zückte sein Handy und filmte den sterbenden Mann, seine komplett geschockten Begleiter, die Ersthelfer. Der Bericht über den respektlosen Gaffer hatte bundesweit Entsetzen ausgelöst.

Noch am Unfallort stellte die Autobahnpolizei Günzburg den Mann im Führerhaus seines Lastwagens und nahm ihm sein Smartphone ab. Er wurde wegen unterlassener Hilfeleistung und Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs angezeigt. Wie Thomas Hörmann, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Memmingen, auf Nach­frage sagte, habe seine Behörde den Erlass des Strafbefehls beim Amtsgericht Günzburg beantragt. Über die Höhe der Geldstrafe und die Dauer des Führerscheinentzugs machte Hörmann aus Datenschutzgründen keine Angaben, bestätigte aber, dass der Lkw-Fahrer als vorbestraft gilt, sobald der Strafbefehl des Amtsgerichts rechtskräftig ist.