Lonsee / DIANA PRUTZER, STEFAN BENTELE Die Menschen in Urspring haben genug vom Durchgangsverkehr der Bundesstraße 10 und wollen eine Umgehungsstraße. Störaktionen, etwa geparkte Autos auf der B 10, sollen die Chancen darauf verbessern.
Mit 15 geparkten Autos auf der Straße und Mülleimern auf dem Gehweg hat die Bürgerinitiative „B 10 Umfahrung Urspring sofort!“ am Samstag und Sonntag den Durchgangsverkehr in Lonsee-Urspring ins Stocken gebracht – und damit auf die Verkehrsbelastung im Ort aufmerksam gemacht. „14 000 Fahrzeuge täglich sind zu viel“ war auf Transparenten und Plakaten zu lesen, die in den parkenden Autos und auf Mülleimern angebracht waren. Die ausgebremsten Verkehrsteilnehmer schlängelten sich an den ordnungsgemäß geparkten Autos in Richtung Ulm vorbei. Der Gegenverkehr wich auf den Gehweg aus, wurde jedoch dort von abgestellten Mülleimern gebremst, weshalb auch der Verkehr in Richtung Amstetten ins Stocken geriet und sich durch den Ort schlängelte.

Die Initiative hatte sich bewusst für die Aktion am ersten Ferienwochenende entschieden. Laut Marianne Prinzing, Grünen-Kreisrätin und Sprecherin der Mitte Juli gegründeten Bürgerinitiative, waren besonders viele Urlauber mit ausländischen Kennzeichen unterwegs: „Das war Ausweichverkehr von der Autobahn, der hier nicht hergehört.“

Mit der Aktion ist Marianne Prinzing zufrieden und hat gegenüber unserer Zeitung angekündigt, dass in den kommenden Wochen weitere folgen. In den Donnerstags-Treffs der Initiative soll darüber beraten werden. „Wir müssen jetzt aktiv werden, wenn wir noch in den vordringlichen Bedarf kommen möchten im Herbst 2015.“ Dann entscheidet das Bundesverkehrsministerium welche Projekte laut dem Bundesverkehrswegeplan in den kommenden Jahren realisiert werden sollen – und welche Bauprojekte erst im nächsten Verkehrswegeplan berücksichtigt werden.

Die Gemeinden Lonsee und Amstetten hoffen auf eine baldige Umsetzung einer B-10-Umgehung (wir berichteten). Die beiden Gemeinden haben sich auf eine Variante, die westlich an Urspring und an Amstetten vorbeiführt geeinigt. Das Regierungspräsidium Tübingen als planende Behörde favorisiert eine Variante, die Urspring im Osten umgeht, die derzeitige B 10 auf dem Weg weiter nördlich kreuzt und schließlich Amstetten im Westen umgeht. Die Westumfahrung kostet voraussichtlich 70,5 Millionen Euro, die Ost-West-Umfahrung des Regierungspräsidiums wird auf 63 Millionen Euro veranschlagt.