Kirchen Stifter erbaute sich in Balzheim ein Denkmal

Harald Kächler hat durch die Balzheimer Kirche geführt.
Harald Kächler hat durch die Balzheimer Kirche geführt. © Foto: Dave Stonies
Balzheim / DAVE STONIES 20.08.2018

Der Illertal-Experte Harald Kächler hat den Teilnehmern während der Kirchenführung das Gotteshaus gezeigt und erzählte von dessen Geschichte und Theologie. 1608 erbaut, war die Kirche die erste rein evangelische Kirche in Oberschwaben. Deren Stifter war der Ulmer Patrizier Servatius Ehinger von und zu Balzheim (1542-1610). Dabei ging es Ehinger aber nicht nur darum, in Erwartung eines erneuten Glaubenskrieges eine Kirche zu bauen, welche eben nicht römisch-katholisch ist. Vielmehr wollte der Stifter sich selbst ein Denkmal für die Nachwelt erschaffen, wie Kächler erzählte. Zudem sollte das Gebäude auf dem Balzheimer Kirchenberg als Gegenentwurf zu den Kirchenneubauten der Fugger in Dietenheim und der Vöhlin in Illertissen herhalten. „Die Kirche ist durchaus auch als Zeichen der Ebenbürtigkeit des Adligen zu sehen“, sagte Kächler.

Eine weitere Besonderheit ist der Kirchturm. Die „Welsche Haube“ (italienischer Stil) beinhaltet als älteste Glocke von 1608 die „Elisabetha“, nach Servatius Ehingers Tochter benannt. 1998 kamen durch die Stiftung Oberbalzheim zwei weitere große Glocken hinzu. Parallel zur Wainer Michaelskirche hat das Balzheimer Gegenstück auch viele Engelsdarstellungen, und ist mit wesentlich mehr Bildern geschmückt. Laut Pfarrer Ernst Eyrich war die Dreifaltigkeitskirche auch Vorbild für die 1687 umgebaute, vergrößerte Wainer Kirche. Kächler verfeinerte seinen Vortrag auch mit Anekdoten. So prüft der Mesner in Balzheim das Opfer mit dem Meterstab, weil der 410 Jahre alte Opferstock eine Krümmung hat, um Diebstählen vorzubeugen. Durch diese fallen die gefalteten Geldscheine oft nicht durch und müssen rausgestochert werden.

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