Silvester Sprengmeister: Das muss man beim Böllern beachten

Merklingen/Gerhausen / Joachim Striebel 31.12.2017
Robert Steinfeld sprengt hauptberuflich im Merklinger Steinbruch, an Silvester zündet er ein Großfeuerwerk.

Während viele Menschen am Silvesterabend ausgiebig feiern und um Mitternacht ein paar Raketen aufsteigen lassen, ist Robert Steinfeld aus Gerhausen konzentriert bei der Arbeit. Als Pyrotechniker zündet er ein großes Feuerwerk. Auch hauptberuflich lässt er es regelmäßig krachen: Als Sprengmeister im Merklinger Steinbruch der Schotterwerke Rösch Söhne.

Herr Steinfeld, wo werden Sie am Sonntag ein Silvesterfeuerwerk zünden?

Robert Steinfeld: Ich bin in Nonnenhorn am Bodensee. Dort legen die Gastronomen und Gewerbetreibenden zusammen, um Gäste anzulocken. Das ist eine tolle Kulisse. Die Leute blicken vom Strand aus in Richtung Schweiz, das Feuerwerk spiegelt sich auf der Wasseroberfläche. Das sind optimale Bedingungen dort unten, wenn das Wetter klar ist.

Was waren Ihre größten Feuerwerke in dem zu Ende gehenden Jahr 2017?

Das größte war zum Kinderfest im Rahmen des Jubiläums „750 Jahre Stadt Blaubeuren“. Das war das Highlight. Daneben war ich gefragt bei privaten Feiern zu Hochzeiten und Geburtstagen.

Gibt es eine bestimmte Kulisse, vor der Sie gern mal die Nacht erleuchten würden?

Ganz toll ist es in Steinbrüchen. Wenn man die Wände bengalisch beleuchten, von unten hochschießen, die ganzen Terrassen ausleuchten und dann mit bengalischen Wasserfällen und Fontänen spielen würde, das wäre ganz klassisch. Bei uns im Steinbruch in Merklingen haben wir etwas Ähnliches mal verwirklicht aus Anlass einer Baumaschinenausstellung.

Ein historisches Gebäude, etwa ein Schloss, wäre doch auch interessant.

Ein Schloss hat natürlich auch was. Wenn man so was beleuchten kann, ist das auch ganz toll. Das haben wir schon mal gemacht. Das wird dann nicht ganz so bunt, da wähle ich eher dezente Effekte, vor allem in Gold und Silber. Das ist dann kein Volksfest-Feuerwerk, bei dem es richtig zur Sache geht.

Welche Tipps haben Sie für den Privatmann, der in der Silvesternacht etwas abbrennen möchte?

Die Sicherheitsbestimmungen, die auf den Feuerwerkskörpern stehen, sind schon gering genug. Viele Leute haben das Faible, zwischen Menschen zu schießen. Das ist absolut gefährlich. Denn die neuen Batterien, die im Handel angeboten werden, sind zum Teil richtig groß. Sie sind teils gefächert, also schräg gestellt vom Winkel her, und da muss man sehr darauf achten, dass man ein freies Schussfeld hat. Das ist wirklich das entscheidende Stichwort. Es sind Fassaden und Dächer in der Nähe – und eben Personen. Der Schutz der Personen ist ganz wichtig. Oft kommt um diese Uhrzeit auch noch der Alkohol ins Spiel. Die Kombination von Alkohol und Feuerwerk ist nicht so gut.

Lizenz für Großfeuerwerke

Choreografie Robert Steinfeld war schon als Kind fasziniert von Feuerwerken. Er erlernte den Beruf des Elektromechanikers, arbeitet aber schon seit Jahrzehnten als Sprengmeister. Im Jahr 2000 legte er zusätzlich die Prüfung zum Pyrotechniker ab und ist damit berechtigt, Großfeuerwerke zu zünden. Der 60-Jährige entwirft für seine Feuerwerke eigene Choreografien. Morgen wird er unterstützt von seiner Frau Karin, der Aufbau auf einem Steg beginnt um 13 Uhr.

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