Feier Staig weiht den neuen Bauhof ein

Das Gebäude wurden zu einem großen Teil aus Holz gebaut.
Das Gebäude wurden zu einem großen Teil aus Holz gebaut. © Foto: Franz Glogger
Staig / Von Franz Glogger 04.06.2018
Mehrere Jahrzehnte lang wurde diskutiert, viele Tücken überwunden. Nun geht in Staig der neue Bauhof in Betrieb.

Als gestern in Staig die Einweihung des neuen Bauhofs anstand, war der Auflauf stattlich. Gut 100 Teilnehmer wohnten der Zeremonie bei. Und im Laufe des Tages waren es noch viel mehr Besucher, die einen Blick hinter die Kulissen warfen – auch in Verbindung mit dem nebenan laufenden Hock der Feuerwehr. „Großer Bahnhof für den neuen Bauhof“, kommentierte denn auch Pfarrer Jochen Boos die Feier.

Mit der Einweihung ende „ein langer Weg“, sagte Bürgermeister Martin Jung. Mehrere Jahrzehnte habe man über eine Zusammenführung der an verschiedenen Orten untergebrachten Gerätschaften und Arbeitsstätten diskutiert. Nun sei ein zweckdienliches Bauwerk entstanden, „das der Entwicklung der Gemeinde dienlich ist“, sagte der Bürgermeister.

Hohe Preise im Baugewerbe

Aber auch der letzte, 2014 begonnene Schritt sei mit Tücken verbunden gewesen. Zum Beispiel hätten der schwammige Untergrund und die allgemeine Preissteigerung im Baugewerbe zu erheblichen Mehrkosten geführt. Diese galt es, „wieder einzufangen“, etwa durch Kürzung um einen Hallenteil. Besonderer Dank gelte hierbei dem aus Mitgliedern des Gemeinderats und der Verwaltung gesondert gebildeten Bauausschuss sowie im Besonderen Ortsbaumeister Thomas Bailer, in dessen Büro „oft erst in der Nacht das Licht ausging“.

Nun stehe dem sechsköpfigen Bauhof-Team ein Gebäude zur Verfügung, das wirtschaftlich erstellt ist, gute Arbeitsbedingungen bietet, und so konzipiert ist, dass geringe Unterhaltskosten zu erwarten sind. „Es macht ja keinen Sinn, dass der Bauhof viele Stunden dafür braucht, sich selbst zu verwalten“, sagte der Bürgermeister. Der Erbacher Architekt Ralph Schmiedle bedankte sich für konstruktive Zusammenarbeit mit allen am Bau Beteiligten. Anschließend übergab er Jung den symbolischen Schlüssel in Form einer Marzipan-Creme-Torte. Der erteilte Segen gelte vor allem dem Leben derer, die im Bauhof aus- und eingehen, denn einen „magischen Schutzritus, der das Gebäude vor allen Unbilden bewahrt“ beherrsche auch er nicht, sagte Pfarrer Boos.

Die Kosten für den weitgehend in Holz erstellten Bauhof bezifferte Jung auf 2,1 Millionen Euro. Das Gebäude ist 49 Meter lang und 17 Meter breit. Auf 726 Quadratmetern sind Boxen für die Fahrzeuge untergebracht, Werkstatträume für Metall- und Holzarbeiten, Büro- und Sozialräume. Hinzu kommen im Außenbereich zehn Schüttgutboxen für verschiedene Materialien sowie zwei Salzsilos. Eine zehn Kubikmeter fassende Zisterne verringert den Verbrauch von Frischwasser.

Für 17,4 Hektar verantwortlich

Standort Der neue Staiger Bauhof schließt an das Gebäude der Feuerwehr an und ist zugleich der erste Baustein für ein Gewerbegebiet für den örtlichen Bedarf. Nördlich davon ist das Wohngebiet „Hinter den Gärten“ geplant.

Statistik Der Bauhof ist für eine Gemarkungsfläche von 17,4 Hektar verantwortlich, betreut 20 Kilometer Wohnstraßen, ebenso viele Kilometer Kanäle und Wasserleitungen, zwölf Kilometer Gemeindeverbindungswege, acht Kilometer Hauptzuleiter zum Klärwerk, 14 Regenrückhaltebecken, drei Friedhöfe und fünf Spielplätze.

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