Neuer Wohnraum in Erbach Stadträte sind begeistert von neuem Ortseingang

Erbach / fg 13.02.2019

Mit Abstand das Beste, was bisher in diesem Bereich geplant war.“ Nicht nur Bürgermeister Achim Gaus ist begeistert von dem, was die „Ulmer Wohnbau & Immobilienmanagement GmbH“ am östlichem Ortseingang von Erbach vorhat. Sieben Mehrfamilien- und 15 Einfamilienhäuser sollen nicht nur 200 Menschen Wohnraum bieten, sondern der Kommune „einen adäquaten Eingang“ verschaffen, wie es Stadtplaner Philipp Kopp am Montag in der Sitzung des Gemeinderats formulierte. Das Gremium diskutierte das Projekt und fasste einstimmig den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan „Untere Halde“.

Auch Stadträte äußerten sich ähnlich wie der Erbacher Bürgermeister. Elmar Röhr (SPD) befürwortet das Vorhaben zum Beispiel ebenso. Doch bei aller Euphorie und ohne, dass er dem Investor etwas unterstellen wolle, „heißt es trotzdem den Kopf einschalten“, sagte Röhr. So gelte es zum Beispiel, die Interessen der Stadt, wie eine zügige Umsetzung, durchzusetzen. „Nicht, dass an den Sahnestückchen begonnen wird und die weitere Bebauung erst irgendwann kommt“, sagte Röhr. Das Projekt aufmerksam zu begleiten, sei insbesondere nötig, da das 1,7 Hektar große Areal bereits dem Inverstor gehört und damit der direkte Einfluss begrenzt sei. Mit entsprechenden städtebaulichen Vereinbarungen sieht Röhr aber die Möglichkeit, „den Finger drauf“ zu behalten.

Die Belange der Kommune „klar zu formulieren“, hatte zuvor auch Constantin von Ulm-Erbach (CDU) gefordert. Ihm liegt insbesondere eine „nachhaltige“ Bauweise am Herzen. „Für uns ist mit dem Aufstellungsbeschluss die Arbeit nicht zu Ende, sondern beginnt erst. Aber sie ist es wert für eine gute Visitenkarte am Ortseingang“, sagte von Ulm-Erbach. Kopp versicherte, als Planer selbst Interesse daran zu haben, „ein gute Adresse“ abzuliefern.

Stadtrat Thomas Hartmann (CDU) sprach sich für eine hohe ökologische Qualität aus, wie etwa Vogelschutzmaßnahmen an den Glaswänden, die als Lärmschutz zwischen den Mehrfamilienhäusern vorgesehen sind. Außerdem warb er für eine „großzügige Eingrünung“ und keine Steinwüsten in den Gärten.

Blühstreifen gefordert

Weiter plädierte Hartmann für Blühstreifen zugunsten von Bienen. Das erste Samenpäckchen werde er dem Geschäftsführer der Ulmer Wohnbaugesellschaft, Masallah Dumlu, schenken, kündigte Hartmann an.

Erwin Schenk, der ebenso wie Dumlu Grünen-Kreisrat ist, mahnte „keine Sonderforderungen“ zu erheben, die nicht auch bei anderen Projekten geltend gemacht würden. Ansonsten gab es nur Lob, etwa dafür, dass die Finkenstraße nicht von Osten her für den Verkehr geöffnet werden soll. Außerdem sollen, obwohl rechtlich nur einmal nötig, Bürger und Behörden zweimal die Möglichkeit bekommen, Stellungnahmen zu den Planungen abzugeben (siehe Infokasten).

Zwei Mal Möglicheit zur Stellungnahme

Zeitplan Der Entwurf des Bebauungsplans „Untere Halde“ soll im März öffentlich ausgelegt werden, damit Bürger und Behörden ihre Anmerkungen frühzeitig einbringen können. Im Juli soll der Bebauungsplan vorgelegt werden, im August haben die Bürger erneut die Möglichkeit zur Stellungnahme. Ende 2019 soll der Satzungsbeschluss gefasst werden.

Baugesetzbuch Dieses ermöglicht Kommunen, per städtebaulichem Vertrag ihre Interessen gegenüber einem privaten Investor zu wahren. Etwa kann geregelt werden, wie ein Grundstück genutzt wird und welcher Wohnraum, etwa für sozial Schwache, geschaffen wird. Zwingend ist eine Vereinbarung für den Anschluss an die öffentlichen Ver- und Entsorgungseinrichtungen.

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