Illerkirchberg Sporthalle kostet drei Millionen Euro mehr- Teuerung abgenickt

Bernhard Muffler, Erschließungsplaner aus Laupheim, erklärt Besuchern der Bürgerinformationsveranstaltung, wie es zu den Mehrkosten kam.
Bernhard Muffler, Erschließungsplaner aus Laupheim, erklärt Besuchern der Bürgerinformationsveranstaltung, wie es zu den Mehrkosten kam. © Foto: Franz Glogger
Illerkirchberg / FRANZ GLOGGER 27.10.2014
Die Illerkirchberger üben kaum Kritik an Verwaltung und Gemeinderat wegen erhöhter Kosten für die Sporthalle. Kritisiert wurde stattdessen das Land.

4,5 Millionen Euro waren im Haushalt 2010 eingestellt, als der Illerkirchberger Gemeinderat dem Bau einer Dreifachturnhalle zustimmte. Jetzt ist klar: 7,5 Millionen Euro werden nicht reichen, wenn die Halle Ende des Jahres in Betrieb geht. Die größten Teuerung zog die Erschließung nach sich, statt 500.000 kostete die 2,5 Millionen Euro. Um die Kostenexplosion mit Hilfe der Fachplaner transparent darzustellen, hat der Gemeinderat zu einer Bürgerinformation eingeladen. Die war mit 40 Bürgern gut besucht.

Kritischen Fragen oder gar einer Schelte mussten sich aber weder Gemeinderat, Verwaltung noch Ingenieure anhören. Der erste angebrachte Grund der Teuerung, eine deutlich umfangreichere Ausführung wie etwa ein Kreisverkehr statt Abbiegespuren auf der Landesstraße 260, fand sogar Anerkennung. Damit werde endlich ein sicherer Überweg von Unter- nach Oberkirchberg geschaffen, hieß es.

Der zweite große Brocken, der umfassende Bodenaustausch wegen dem sehr schlechten Untergrund der L 260, veranlasste nur Dieter Bischof zu Nachfrage, ob das nicht früher feststellbar gewesen wäre. Man habe zwar im Vorfeld Bodenproben entnommen und auch Schwierigkeiten der Standfestigkeit erkannt, erläuterte der Geologe. Doch erst nach dem Abtragen der Fahrbahn hätten Laboruntersuchungen gezeigt, dass das geplante Einfräsen von Kalk für eine bessere Festigkeit nicht tauge. So musste für 250.000 Euro der Boden abgetragen und mit Kies ersetzt werden. Damit hatte es sich mit kritischen Fragen. Andere interessierten sich für die Nutzung als reine Sporthalle und warum der Kreisverkehr mit derselben Breite in die Weihungsstraße führt, wie die Landesstraße. Der Anwohner befürchtet, dass dies der Anschluss für ein Baugebiet werden könnte, was der Gemeinderat klar verneinte.

Sein Fett bekam erneut das Land weg. Ärgerlich sei eine fehlende Beteiligung beim Straßenbau, denn die Gemeinde habe mit dem Kreisel für Sicherheit gesorgt und damit eine Aufgabe des Landes übernommen. "Das ist sehr unbefriedigend. Hier müssen wir für eine nachträgliche Beteiligung politisch Druck machen", sagte Bernhard Merkle.

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