Wirtschaft Spohn und Burkhardt: Beide Standorte sind gesichert

Beim Spatenstich (von links): Bürgermeister Jörg Seibold, die Gesellschafter Christel Keßler, Sigrid Waltering, Inge Freitag-Scherer,  Dr. Gottfried Betz, Geschäftsführer Markus Seifert und Prokurist Thomas Hahn.
Beim Spatenstich (von links): Bürgermeister Jörg Seibold, die Gesellschafter Christel Keßler, Sigrid Waltering, Inge Freitag-Scherer, Dr. Gottfried Betz, Geschäftsführer Markus Seifert und Prokurist Thomas Hahn. © Foto: mp
Blaubeuren / Peter Schumann 02.10.2018
Die Firma investiert in Blaubeuren zehn Millionen Euro. Damit werden eine Montagehalle und ein Verwaltungstrakt gebaut.

Der symbolische Spatenstich  am gestrigen Nachmittag erfolgte reichlich spät: Denn schon vor drei Wochen haben im Blaubeurer Handelsgebiet die Arbeiten für den Neubau der Firma Spohn und Burkhardt begonnen. Der Hersteller von Bedienungs- und Steuerungselementen errichtet dort eine Montagehalle und einen Verwaltungsbau. Die Investitionssumme für die Auslagerung der Firma aus ihrer beengten Innenstadtlage beträgt rund zehn Millionen Euro, wie Geschäftsführer Markus Seifert sagte. Er betonte, mit dieser Investition seien die beiden Standorte Blaubeuren und Schelklingen auf mindestens zehn Jahre gesichert.

„Wir bleiben Blaubeuren treu“

Seifert berichtete von einer langen Vorlaufphase, bis die Firma den Neubau angehen konnte. Er erinnerte an die Anfangszeit des Unternehmens an gleicher Stelle. Damals habe das Werk einen eigenen Schuster und eine eigene Sauna gehabt. Mit dem Neubau der Montagehalle und ­– in einem zweiten Bauabschnitt – des Bürogebäudes stehe fest: „Wir bleiben Blaubeuren treu“. Die neuen Firmengebäude seien von der Infrastruktur her „hervorragend gelegen. Wir sind glücklich über den Platz“. Die Montagehalle wird nach Vollendung eine Nutzfläche von 5000 Quadratmetern haben, hier werden die Teile zusammengesetzt, die in Schelklingen gefertigt werden.

Arbeiter wechseln Standort

Weil beide Produktionszweige bislang zu Teilen sowohl in Blaubeuren als auch in Schelklingen vorhanden sind, werden einige Arbeiter nach Schelklingen wechseln und umgekehrt, erläuterte Seifert. Von den insgesamt 210 Mitarbeitern sind 155 in der Produktion beschäftigt. Die derzeitigen Werksgebäude in der Innenstadt würden verkauft, es gebe mehrere Interessenten.

Bürgermeister Jörg Seibold sagte vor dem Spatenstich, dass „dieser Anlass sonnigeres Wetter verdient hätte“. Die Stadt habe zwar „einige Anfragen von Firmen für das Filetstück in der Tallage gehabt“, man wollte aber das Grundstück nicht kleinteilig vergeben. So konnte Spohn und Burkhardt vor zwei Jahren 18.000 Quadratmeter erwerben, eine Option für weitere 8000 Quadratmeter besteht. Kein Wunder betonte der Bürgermeister gestern: „Wir freuen uns, dass uns die Firma erhalten bleibt.“

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Streik nach Austritt aus Arbeitgeberverband

Gründe Die hohen Tarifabschlüsse in der Metallindustrie, die hauptsächlich auf die Bedürfnisse der großen Automobilfirmen, nicht aber auf die Zulieferer zugeschnitten seien, waren für Markus Seifert der Hauptgrund, aus dem Arbeitgeberverband auszutreten. Der Geschäftsführer von Spohn und Burkhardt verteidigte den Austritt: „Wir müssen strategisch denken und für die Zukunft planen.“  Daraufhin traten Mitarbeiter in einen Warnstreik, um die Geschäftsführung „wachzurütteln“. Gewerkschaft und Geschäftsleitung sind in Gesprächen.

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