Traktoren sind dieser Tage auf den Spargelfeldern rund um Langenau unterwegs. Von großen Rollen herunter ziehen sie eine Folie über die aufgeschütteten Erddämme, in denen die Spargelstangen der nahenden Saison heranreifen. Insgesamt rund zehn Hektar Anbaufläche bewirtschaften die beiden Langenauer Landwirte Christian Häge und Hermann Mack.

Unter der Folie wächst der Spargel ungestört und schneller heran, die Erntesaison kann früher beginnen. Und die Folie erfüllt noch einen weiteren Zweck: Sie schützt die Spargelköpfe, die irgendwann durch das Erdreich stoßen, vor Sonnenlicht. "Die Folie ist lichtundurchlässig", erklärt Osterhof-Inhaber Mack. Sie sorgt so dafür, dass die Spargelköpfe schön weiß bleiben. "Und nicht grün oder blau werden." Was bei Spargelliebhabern eher unbeliebt ist.

Mack und Häge setzen bei ihrem Spargel auf Bio-Anbau. Weil es sich bei Spargel um eine sogenannte Dauerkultur handelt, das Gemüse also über mehrere Jahre im Boden bleibt und immer wieder geerntet wird, beträgt die vorgeschriebene Umstellungszeit drei Jahre. Erst dann dürfen die Langenauer Spargelstangen offiziell das Bio-Siegel führen. Die Landwirte Mack und Häge befinden sich im dritten Jahr. De facto kaufen Kunden also schon in dieser Saison Langenauer Bio-Spargel - nur eben ohne das Siegel.

"Wir haben unseren kompletten Betrieb umgestellt", berichtet Christian Häge. "Das ist dann eine saubere Sache." Mit dem Spargel-Anbau nach Bio-Siegel-Kriterien komme er gut klar. Spargel benötige nicht übermäßig viele Nährstoffe. "Und unter der Folie wächst kein Unkraut."

Derzeit packen auf den Feldern überwiegend Familienmitglieder an, Saisonarbeiter in größerer Zahl kommen erst zur Ernte dazu. Hermann Mack wird die ersten Stangen voraussichtlich am 20. April stechen, Christian Häge Ende April, Anfang Mai. Die Saison dauert rund zwei Monate bis zum Johannistag Mitte Juni.

Dann müssen sich die Pflanzen erholen. "Der Heißhunger der Kunden lässt gegen Ende auch nach", erklärt Häge. Sowohl Häge als auch Mack betreiben einen Hofladen in Langenau. Außerdem verkaufen sie ihren Spargel an Gastronomen und teilweise an den Einzelhandel. Acht bis neun Euro kostet bei beiden zum Saisonauftakt das Kilogramm Spargel.

Anfangs habe er einige gehobene Gastronomen noch von der Qualität seines Spargels überzeugen müssen, berichtet Mack. Weil die hiesige Gegend mit ihren schweren Böden nicht gerade als klassisches Anbaugebiet gilt. "Aber die Mineralien im Boden geben Geschmack", erklärt Mack. Und der sei hervorragend. Mack und Häge mögen ihren Spargel klassisch: gekocht, mit einer Sauce hollandaise. Dazu ein gutes Stück Fleisch. "Rinderfilet", sagt Häge. Mack: "Wir sind ja keine Vegetarier."