Kultur Sommertheater im Schlossweihergarten

Was wird denn das? Der Dingsverein hat so seine eigenen Vorstellungen, was man auf dem neuen Unterbalzheimer Dorfplatz alles anstellen könnte.
Was wird denn das? Der Dingsverein hat so seine eigenen Vorstellungen, was man auf dem neuen Unterbalzheimer Dorfplatz alles anstellen könnte. © Foto: Foto: Manuela Rapp
Von Manuela Rapp 17.08.2018

Wiedersehen macht Freude – vor allem nach einjähriger Abstinenz. Der Schultes, seine Pauline, der Dingsverein: Alle sind sie wieder mit von der Partie. Doch nicht nur sie. Auch Beiträge junger Akteure finden ihren gebührenden Platz auf dem Spielplan. Nur noch ein paar Tage, dann beginnt in Balzheim wieder eine besondere Zeit, denn dann öffnet das Sommertheater seinen Vorhang.

„Wir experimentieren, machen Kleinkunst ohne Mikrofon, ohne Reservierung und Vorverkauf, die Zuschauer sitzen auf harten Bierbänken“, beschreibt der Vorsitzende der Theaterfreunde, Harald Kächler, den Reiz der Sommersaison im Pavillon im Oberbalzheimer Schloßweihergarten. „Alternatives Theater“ eben, wie es der Organisator der Open-Air-Bühne nennt.

Wer bei den laufenden Proben reingeschnuppert hat, der wird es bestätigen – Schauspieler und Macher zünden wieder ein buntes Feuerwerk aus Slapstick, Sketchen und Satire, nehmen Aktuelles aus dem Dorfleben auf die Schippe, verpacken das Ganze in eine gute Portion Humor und würzen es mit einer Prise Ironie. Prima Unterhaltung garantiert. Ob Selbstverfasstes oder ein Loriot-Klassiker: Da ist für jeden Geschmack etwas dabei. Kann das etwa gutgehen, wenn ein schwäbisches Schlitzohr vor Gericht auf eine peinlich korrekte, etwas arrogante und des Dialekts nicht mächtige Richterin trifft?

„Die Affekthandlung“ heißt dieses verbale Kräftemessen, dem Rebecca Fuchs und Jannik Kohlhepp auf den Brettern, die für manche die Welt bedeuten, Ausdruck geben. Beide sind Nachwuchskräfte. Sie ist 18 Jahre, er 20. „Zu zweit zu spielen, das ist einfacher, denn man kann besser aufeinander reagieren“, findet Rebecca, die bereits seit zehn Jahren Mitglied der Theaterfreunde ist. Auch sei der Text einfacher zu lernen. Dass „Aufregung immer dabei ist“, weiß die „Richterin“ aus Erfahrung. Ihr Ziel: Sie wolle Bestmögliches bieten. „Je öfter man mitmacht, desto mehr Routine bekommt man.“

Das Markenzeichen „Made in Balzheim“ tragen wie stets die meisten Beiträge. Aus Melanie Löfflers Feder stammen beispielsweise die Geschehnisse um eine völlig chaotische Arztpraxis. Und natürlich hat die „Sketchfabrik“ ihr Scherflein zum Geschehen beigetragen: wie im vergangenen Jahr wieder eine Vater-Tochter-Gemeinschaftsproduktion. „Wir inspirieren uns gegenseitig“, sagt Vater Haiko Baur über sich und seine Tochter Svenja Rabus. Was dabei herauskam, ist ein neues Abenteuer des unverwüstlichen Dingsvereins. Dieses Mal mischen seine Mitglieder den neuen Unterbalzheimer Dorfplatz auf. Doch ob das tatsächlich etwas wird mit dem anvisierten zentralen Wochenmarkt, das bleibt hier noch geheim…

„Es muss zunächst die Idee entstehen“, erklärt Baur. In diesem Fall waren es seinen Worten zufolge sogar zwei, doch letztlich fiel die Entscheidung für den Dorfplatz. „Wir setzen uns bei mir etwa eine oder eineinhalb Stunden vor den Computer und denken uns ein Stück aus.“ Dabei würden die Einsätze gleich verteilt. „Dazu brauchen drei bis vier Sitzungen.“ Seine Stärke: „Ich kann mich in so ein Stück, in jede einzelne Rolle hinein versetzen“, meint Baur. Seine Tochter besitze diese Fähigkeit ebenfalls, habe aber auch ein Händchen für die Gags. „Wir müssen aufpassen, dass es dabei nicht zu balzheimerisch zugeht“, überlegt er angesichts der immer zahlreicheren Besucher von auswärts.

Heuer nun gibt es aber ein Novum: Die Handlung von „Der Schultes und seine Pauline“ knüpft erstmals unmittelbar an die Erlebnisse des Dingsvereins an. „Es fließt ineinander über“, erläutert Kächler, der nicht nur in den Part des Bürgermeisters schlüpft, sondern der auch – wie stets – den Text für die beiden kultigen Figuren geschrieben hat. Mit seinen drei Bildern bildet dieser Block unbestritten den Mittelpunkt des Abends.

Und wer übernimmt die Moderation? Es soll jedenfalls einer sein, der kurz vor der Rente steht. Gar ein prominenter Gast oder bleibt es bei Haiko Baurs „D-Lösung“? Mal abwarten, wer den roten Faden durchs Programm ziehen wird.

Sieben Vorführungen

Spielplan Der August ist traditionell Sommertheater-Zeit im Pavillon im Oberbalzheimer Schlossweihergarten. Sieben Aufführungen wird es dort heuer geben: Samstag, 18. August (Premiere), Dienstag, 21. August, Freitag, 24. August, Montag, 27. August, Mittwoch, 29. August, sowie Donnerstag, 30. August, jeweils um 20 Uhr, sowie Mittwoch, 22. August, bereits um 17 Uhr. Der Eintritt ist frei, Zuschauerraum und Bühne sind überdacht. Es wird bei jedem Wetter gespielt.

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