Stadtfest Sommernachtstraum in Dietenheim

Dietenheim / MARTIN DAMBACHER 20.08.2018

Als die Sonne am frühen Samstagnachmittag die vielen Wolken am Dietenheimer Himmel nach und nach beiseite schob, lösten sich bei Stadtkapelle und Bürgerwehr auch die Sorgen in Luft auf – die Altstadthockete konnte nach zwei Jahren mit wetterbedingten Ausfällen endlich wieder steigen. „Wir sind happy, dass es in diesem Jahr mit dem Wetter klappt und uns die Besucher trotz der Pause nicht vergessen haben“, sagte Stadtkapellen-Chefin Annemarie Rupp erleichtert. Das dichte Gedränge schon zu Beginn des Festes und gut 1500 Besucher sprächen für sich. „Wir wollten die Veranstaltung in diesem Jahr unbedingt, weshalb man am Donnerstag wegen der zunächst unsicheren Wetteraussichten lediglich das Essensangebot etwas reduziert hat, um das Risiko gering zu halten“, ergänzte Bürgerwehr-Kommandant Carsten Baur. Letztlich sei man nun dafür belohnt worden.

Jeder wird satt

Schon um 17 Uhr strömten hunderte Besucher auf den Marktplatz hinterm Rathaus, um sich bei gut 25 Grad ihren Platz an den rund 200 Biertischgarnituren zu sichern. Gegen 19 Uhr war dann kaum mehr ein leeres Fleckchen auszumachen, und es bildeten sich lange Schlangen an den Essens- und Getränkeständen – die fehlenden Hähnchen, Spareribs und Saure Kutteln hat dabei vermutlich keiner bemerkt. Auch die historische Gulaschkanone der Bürgerwehr blieb vorsichtshalber in der Garage, satt dürfte dank Schnitzel, Steaks, Gyrospfanne und Spanferkelbraten dennoch jeder geworden sein. Dazu brutzelte Küchenchef Erwin Rupp in einer riesigen Gusseisenpfanne Krautschupfnudeln, die sich auch Pfarrer Ignatius Ndawula schmecken ließ. Dieser vertritt Pfarrer Gerhard Bundschuh schon seit neun Jahren während dessen Sommerurlaub und kommt auch wegen der Altstadthockete stets gerne ins Illerstädtchen.

Alois und Gerlinde Zoller aus Kellmünz waren mit ihren E-Bikes nach Dietenheim geradelt. „Wir waren schon öfters da und kommen jedes Mal gerne wieder“, sagte Alois Zoller. Der Platz sei einfach schön und böte nicht nur dem Weihnachtsmarkt einen stimmungsvollen Rahmen. Wie am ersten Adventssonntag versprühte der Marktplatz auch am Samstag seinen ganzen Glanz und Charme mit Einbruch der Dunkelheit, als hunderte bunte Lichter die Fläche illuminierten. Viele der Besucher hatte es bereits an die Bar mit Cocktails, Longdrinks und „G‘spritzten“ verschlagen oder an die Weinlaube mit der großen Auswahl an erlesenen Tropfen gezogen – teils stilecht von Weinkenner Max Semler aus dem Holzfass gezapft.

Wie gut die Altstadthockete bis ins kleinste Detail geplant ist, zeigte sich auch hier an den liebevoll angerichteten Käsetellern als passende Begleitung zum Wein, und am abwechslungsreichen Rahmenprogramm für Jung und Alt. Allem voran stand hier die richtige Auswahl der Musikkapellen, die mit den Musikern aus Hörenhausen unter Leitung von Wilfried Thanner und dem Musikverein Kirchdorf/Iller mit Dirigent Berthold Leicht wieder gut geglückt ist. Denn beide Kapellen boten exzellente Blasmusik mit einer ausgewogenen Mischung aus Polka, Märschen und modernen Schlagerhits – gespickt mit gekonnten Gesangs- und Soloeinlagen.

Auch das beliebte Kronkorkenschätzen trug zur Kurzweil bei. Das beste Auge bewies Waldemar Ohm, der mit seinem Tipp von 3433 Stück nur knapp an der tatsächlichen Anzahl (3442) an Kronkorken in einem Glaskubus lag und somit den Hauptpreis von 30 Litern Bier mit nach Hause nehmen durfte. Die weiteren Preise gingen an Michaela Baur (20 Liter Bier) sowie Maximilian Blässing (10 Liter Bier) auf Platz drei. Auch Ferienpfarrer Ignatius durfte sich als Gewinner fühlen, da die Einnahmen aus dem Schätzwettbewerb wieder verschiedenen Projekten in seiner ugandischen Heimat zu Gute kommen.

Ein Fest mit Geschichte

Ursprung Als Nachfolger des bis 1979 vom Hallenbad-Förderverein ausgerichteten Cityfestes wurde die Altstadthockete 1980 von Stadtkapelle und Bürgerwehr aus der Taufe gehoben. Schon die Erstauflage 1980 fiel dem Regen zum Opfer. Die Premiere ein Jahr später wurde zum Erfolg. Anfangs wurde immer am Sonntag gefeiert, mit Frühschoppen, Mittagstisch und Vesper. Erst in den 90er Jahren wurde daraus der beliebte Festsamstagabend. Neben der Speisekarte trug auch das musikalische Engagement der „Illerspatzen“, Dudelsackspieler und  Alphornbläser sowie das Begleitprogramm zum Erfolg bei – von Spanferkelschätzen, Wettmelken, Bierkrugschieben bis hin zum Kasperltheater war alles schon geboten. 2009 zog das Fest auf den neu gestalteten Marktplatz um. dam

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