Moment mal So heiß wird es 2080 in der Region

Wird die Region zur Wüste?
Wird die Region zur Wüste? © Foto: Ralf Hirschberger/dpa
Ulm / Bianca Frieß 05.12.2018

Lustig ist das nun wirklich nicht. Aber schon ein bisschen absurd – und ganz schön erschreckend: Die Tagesschau spielt Klimadoppel. Auf der Homepage kann man herausfinden, wie heiß es in der eigenen Heimatstadt im Jahr 2080 werden könnte.

Die Moment-mal-Redaktion hat das mal am Beispiel einiger Orte in der Region getestet. Langenau bildet etwa ein Doppel mit Lima, der Hauptstadt von Peru. Sollte sich die Erde um 4,2 Grad Celsius erwärmen – das Worst-Case-Szenario – wird es in der Naustadt im wärmsten Sommermonat 2080 so warm wie in Lima heute. Die Tageshöchsttemperatur liegt dort im Schnitt bei 27,3 Grad, gut 4 Grad mehr als heute in Langenau. Für Ehingen und Bellenberg gilt das gleiche.

Sträucher und Skorpione

Wer sich die Folgen nicht recht vorstellen kann, braucht nur durch ein paar Reiseführer im Internet zu stöbern: Lima liegt am trockenen und sandigen Küstenstreifen Perus. Dort wachsen nur wenige Gräser und Sträucher, dafür gibt es Eidechsen und Skorpione. Regen ist selten. Einige Kilometer weiter südlich, an der Grenze zu Chile, liegt die trockenste Wüste der Erde: die Atacama. Und selbst wenn sich die Erderwärmung im besten Fall auf 1,8 Grad begrenzen lässt, liegt die durchschnittliche Tageshöchsttemperatur in Langenau im wärmsten Monat noch immer bei knapp 26 Grad – wie heute in Genf im Südwesten der Schweiz.

Ähnlich sieht es in Roggenburg aus. Bei einer Erwärmung von 4,2 Grad bildet die Gemeinde ein Klimadoppel mit Mzuzu im ostafrikanischen Malawi. Dort sind in den trockenen Ebenen Savannen und Grasflure zu finden, in Gebirgslagen immerhin auch Wälder. Und im besten Fall ähnelt das Roggenburger Klima 2080 dem im rumänischen Cluj-Napoca. Dort gibt es große jahreszeitliche Schwankungen mit heißen, trockenen Sommern und kalten Wintern.

Puh. Keine guten Aussichten! Ohne jetzt die Moralkeule zu schwingen: Es ist höchste Zeit, etwas gegen den Klimawandel zu tun, das zeigt das Klimadoppel allzu deutlich. Vielleicht sollten wir für die nächste Fahrt zum Bäcker doch einfach mal das Rad nehmen.

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