Regglisweiler Serie Gewässer: Herrenweiher in Regglisweiler

Der Weiherbach und der Kräutergarten des Heimatvereins Regglisweiler ergeben im Herrenweiher-Park eine wunderbare Symbiose.
Der Weiherbach und der Kräutergarten des Heimatvereins Regglisweiler ergeben im Herrenweiher-Park eine wunderbare Symbiose. © Foto: Beate Reuter-Manz
Regglisweiler / HARALD KÄCHLER 29.08.2015
Der Herrenweiher selbst, der dem Freizeitpark in Regglisweiler den Namen gegeben hat, ist nicht mehr zu sehen, wohl aber die einzige Kneipp-Anlage im Verbreitungsgebiet des Illertal Boten.

Der Weiherbach, von den südwestlichen Hölzlesäckern kommend, wurde früher zum Oberen und Unteren Weiher (Herrenweiher) gestaut. Laut Kreisbeschreibung ("Alb-Donau-Kreis", 1989) dienten sie früher der Karpfenzucht und wurden um 1830 trockengelegt. Michael Wohnhas, der die Flurnamen seines Heimatdorfes Regglisweiler erforscht hat, deutet deshalb den Namen so: "Vom Herrenweiher ist wohl anzunehmen, dass der westlich bis zur Kirchstraße sich erstreckende und zu den Pfarrgütern gehörige Teil früher einen Weiher (Fischweiher) darstellte, der dem jeweiligen Ortsgeistlichen, im Dorfmund dem 'Herren', unterstand."

Das ist ohne weiteres möglich, da in früheren Jahrhunderten die Fischerei und die Fischzucht hoch im Kurs standen und die geistlichen und weltlichen Herren deshalb Fischteiche anlegen ließen, um ihren Speisezettel aufzubessern. In den Straßennamen Obere Weiherstraße und Herrenweiher bleibt die Erinnerung an dieses beiden Fischweiher erhalten.

Seit fast 30 Jahren dient der Weiherbach einem ganz anderen Zweck - nicht mehr der Ernährung, sondern der Erholung. Die Kneippanlage unweit des Weiherbachs ist ein wesentlicher Bestandteil des Herrenweiher-Freizeitparks im Herzen Regglisweilers und ein Verdienst des 1961 gegründeten, rührigen Heimatvereins, der sich unter anderem zur Aufgabe gestellt hat, die Natur zu erhalten und sie gleichzeitig zur Erholung der Bürger zu nutzen. Allerdings wird das Tretbecken nicht mit Wasser vom Weiherbach gespeist, sondern von den Quellen des (Kirchen)Bergs in Regglisweiler. Sollte das Quellwasser nicht ausreichen, wird die örtliche Wasserversorgung angezapft.

Anlässlich seines 25jährigen Bestehens 1986 beschloss der Heimatverein Regglisweiler, etwas ganz Besonderes zu schaffen, eine neue Attraktion für den Erholungsort. In rund 800 Arbeitsstunden schufen etwa 20 Mitglieder des Heimatvereins die erste Wassertretanlage im Alb-Donau-Kreis. Im Juni 1987 wurde die neue sechs mal drei Meter große Kneipp-Anlage mit Armbecken eröffnet. Als erste drehten Elisabeth Greck, die langjährige Vorsitzende des Heimatvereins, und Dietenheims Bürgermeister Sigisbert Straub im Storchengang ihre Runden durchs kalte Quellwasser.

Wenig später kam ein Kräutergarten hinzu, der wie die Wassertretanlage nach den Vorstellungen des Wörishofener Pfarrers Sebastian Kneipp angelegt wurde. Vor zehn Jahren gestaltete der Regglisweiler Heimatverein seinen Kräutergarten mit Hilfe von Studenten der Hochschule für Gartenbau in Weihenstephan und des Illertisser Staudengärtner Dieter Gaissmayer um. Die Pflege des nahegelegenen Weiherbachs gehört weiterhin zu den Aufgaben des Heimatvereins. Dessen Vorsitzende Martina Aubele sieht im Weiherbach und im Kräutergarten eine wunderbare Symbiose: "Es ist ein Biotop mit intakter Fauna und Flora."

Samstags-Serie: Gewässer

Das Illertal ist reich an Gewässern. Die Iller selbst, der Iller-Kanal, der Gießen, die Bäche, die Baggerseen und die Weiher. Früher hatten sie für die Bewohner des Illertales rein wirtschaftlichen Wert, heute auch hohen Freizeitwert. Nicht selten stellten sie bei Hochwasser und Überschwemmungen auch eine Gefahr dar. Sie haben ihre Geschichte, und um sie ranken sich Geschichten. Diese Samstags-Serie soll bekannte und weniger bekannte Gewässer der Region vorstellen.