Balzheim Seniorensprechstunden im Rathaus

Balzheim / MANUELA RAPP 07.09.2012
Der demographische Wandel ist in aller Munde. Unsere Sommerserie beschäftigt sich mit verschiedenen Aspekten des Älter Werdens. Wie Balzheim das Thema angeht, erläutert Bürgermeister Günter Herrmann.

Demographischer Wandel - natürlich ist dieses Thema auch in Balzheim präsent. Bürgermeister Günter Herrmann verfolgt dabei auch ein ganz bestimmtes Ziel: "Den Bürgern möglichst lange ermöglichen, in Balzheim alt zu werden, möglichst lange hier zu bleiben, möglichst lange am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen." Freilich müsse jede Kommune ihre Möglichkeiten ausloten, fügt er hinzu.

Das geschieht gerade vor Ort. "Das Thema ist erst am Anlaufen", räumt der Schultes ein. So wurde ein so genannter "Runder Tisch" mit Vertretern beider Kirchen, der Stiftung Oberbalzheim, der Altentherapeutin Ruth Wetzel und ihm selber ins Leben gerufen. "Es handelt sich dabei um einen gegenseitigen Gedankenaustausch und um eine Bestandsaufnahme", erläutert Herrmann. In nächster Zeit, sagt er, sei eine Umfrage geplant, "die den Bedarf ermittelt, was die Senioren bewegt." Im Entwurf stehe sie schon. "Es gibt Überlegungen, dies in Interviewform mit Jugendlichen zu machen." Er spricht dabei von einem Austausch zwischen jung und alt.

Die Intention, die hinter der Umfrage steckt, verfolgt zweierlei Richtungen: Zum einen "wollen wir sehen, was bereits abgedeckt ist", zum anderen "wollen wir aus dem Bedarf Ziele formulieren und überlegen, wie man diese erreichen kann." Dann fügt Günter Herrmann hinzu, was ihm ganz besonders wichtig ist: "Gemeinde und Stiftung können das alles nicht allein stemmen." Die Bürgerschaft ist mit gefordert. Das Stichwort hierzu lautet: ehrenamtliches Engagement.

Offeriert werde schon eine Menge für Senioren in der Gemeinde, auch das hebt der Schultes lobend hervor - und der Blick auf den örtlichen Veranstaltungskalender gibt ihm recht: "Die Vereine bieten verschiedene Möglichkeiten der Zusammenkunft, an denen die Senioren teilnehmen können." Als tragende Säulen dabei bezeichnet er den Seniorentreff Oberbalzheim und ihr Pendant in Unterbalzheim, die Seniorenrunde. Weiter nennt er den VdK, der für Personen jeden Alters offen sei, dessen Mehrheit jedoch bei den Älteren liege, den Sportverein, dessen Seniorenturnen seit vielen Jahren als Institution gelte oder die Feuerwehr, deren Altersabteilung regelmäßig zusammenkomme.

"Die Stiftung Oberbalzheim veranstaltet jährliche Seniorenausflüge und stelle dem Seniorentreff Ausstattung und Räumlichkeiten zur Verfügung." Auch das Kleine Kulturprogramm trage etwa mit Vorträgen über Demenz den Älteren Rechnung. Engagierte Arbeit leisteten die beiden Kirchen, wozu neben weiteren Angeboten unter anderem ehrenamtliche Besuchsdienste und Besuche der Pfarrer zu bestimmten Geburtstagen gehörten.

"Die Volkshochschule hat regelmäßige Kurse wie beispielsweise Gedächtnistraining oder Seniorenturnen im Programm2, erläutert Günter Herrmann, und was die Gemeinde angehe, "haben wir jährlich im Wechsel einen Seniorennachmittag oder einen Ausflug." Zudem biete sie die Örtlichkeiten und die Ausstattung für die Unterbalzheimer Seniorenrunde an. Insgesamt aber werden beide Institutionen von der Gemeinde unterstützt. Ein weiterer Pluspunkt liege in der Dorfgemeinschaft, "die einen gewissen Zusammenhalt gibt."

Doch hinter all dem stehen auch entsprechende Herausforderungen. Der Schultes nennt beispielsweise die Sicherung der örtlichen Nahversorgung. Dass diese auch in Zukunft möglichst gut erhalten bleibt, gilt ein Augenmerk, der Ortskerngestaltung gilt ein anderes. Mit der Gemeindeentwicklungskonzeption soll der innerörtliche Bereich verstärkt fokussiert werden: "Damit das Dorfzentrum vital bleibt und somit auch die entsprechende Infrastruktur, die die Senioren nutzen können", meint der Bürgermeister.

Der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) steht ebenfalls auf der Agenda. "Man wird sich bemühen, ein entsprechendes bedarfsgerechtes Angebot für Senioren oder Verbesserungen zu gestalten." Zu bedenken gibt Günter Herrmann freilich, dass man dazu die entsprechenden Fahrgastzahlen benötige.

Den demographischen Wandel begreift das Ortsoberhaupt als Chance: "Die Generationen müssen enger zusammenrücken, gegenseitiges Verständnis aufbringen." Das gute Verhältnis zwischen alt und jung am Ort möchte er noch weiter stärken. Geplant sind ab Herbst Seniorensprechstunden im Rathaus. Doch, sagt Günter Herrmann am Schluss noch einmal: "Wir können das nicht alleine machen." Unterstützung aus der Bürgerschaft sei nötig.

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