Wain/Biberach Schweineseuche in Wain?

Auf einem Hof in Berkheim mussten 32 Sauen getötet werden. Sie waren mit der Schweinebrucellose infiziert. Derzeit werden auch 300 Tiere eines Wainer Mastbetriebes auf die Seuche getestet.
Auf einem Hof in Berkheim mussten 32 Sauen getötet werden. Sie waren mit der Schweinebrucellose infiziert. Derzeit werden auch 300 Tiere eines Wainer Mastbetriebes auf die Seuche getestet. © Foto: Archiv
Wain/Biberach / BEATE REUTER-MANZ 04.02.2015
Verdacht auf Schweineseuche in einem Mastbetrieb in Wain: Das Biberacher Veterinäramt hat den Hof vorsorglich gesperrt. In Berkheim mussten bereits 32 Tiere wegen Schweinebrucellose getötet werden.

Das Biberacher Veterinäramt stand am Freitag vor der Tür - mit einer schlechten Nachricht für die Familie Frey, die auf dem Hartberg-Hof in Wain einen Schweinemastbetrieb unterhält. Es bestehe der Verdacht, dass sich Tiere womöglich an der Schweinebrucellose angesteckt haben könnten, teilte der Veterinär dem Ehepaar mit. Diese Nachricht traf Andreas und Karin Frey quasi aus heiterem Himmel. 700 Schweine zählt der Mastbetrieb am Wainer Ortsrand aktuell. "Getestet werden 300 von meinen Tiere", teilte der Bauer gestern auf Anfrage mit. Den Schweinen nahmen die Tierärzte am Freitag Blut ab, das jetzt auf die ansteckende Infektionskrankheit untersucht wird. Weil die unter Verdacht stehenden Schweine separat gehalten wurde, bestand für die restlichen 400 Sauen offenbar keine Gefahr.

Gleichwohl wurde der Betrieb von Amts wegen vorsorglich gesperrt. "Im Grunde bedeutet das vorerst aber bloß, dass ich keine Tiere verkaufen darf", erläutert Frey die Konsequenzen dieser behördlichen Maßnahme aus seiner Sicht.

Auf einem Hof im 20 Kilometer entfernten Berkheim hatte das Biberacher Kreisveterinäramt vor einigen Tagen den Ausbruch der Seuche festgestellt. Es handelt sich um eine bakterielle Infektionskrankheit, die von Schwein zu Schwein übertragen wird. "Eine Übertragung auf den Menschen ist äußerst selten, aber nicht gänzlich ausgeschlossen", heißt es in einer Pressemitteilung. Gefährdet sind demnach in erster Linie Menschen, die direkten Kontakt mit infizierten Tieren und deren Ausscheidungen hatten.

Auch in Berkheim wurde der Betrieb mit den rund 300 Tieren gesperrt. Untersuchungen ergaben schnell, dass 32 Sauen infiziert waren. Sie wurden sofort getötet. Weitere Analysen des Bestandes werden derzeit angestellt.

Die Krankheit sei höchstwahrscheinlich durch den Kauf von Schweinen aus einer Tierhaltung in Mecklenburg-Vorpommern in den Kreis Biberach eingeschleppt worden, vermutet die Behörde. Auch Andreas Frey aus Wain hat für seinen Mastbetrieb von dort Schweine bezogen.

Laut Veterinäramt unterliegen gesperrte Betriebe strengen Auflagen nach. So darf kein Außenstehender auf den Betrieb. Ställe, Weideflächen und andere Standorte, wo sich seuchenkranke oder verdächtige Schweine aufgehalten haben, dürfen nur vom Besitzer der Tiere betreten werden oder von Personen, die mit der Pflege betraut sind. Desinfizieren ist in jedem Fall Pflicht.

Fachleute warnen vor Panikmache. Schweinefleisch könne weiterhin bedenkenlos verzehrt werden, sagen sie. Denn eine Übertragung der Krankheit über Fleisch sei nahezu ausgeschlossen. "Zudem ist sichergestellt, dass infizierte Schweine nicht zum Schlachten kommen," heißt es.

Werden Tiere positiv getestet, bleibt nur das Keulen. Auf das Ergebnis der Blutuntersuchung müssen Andreas und Karin Frey noch warten. Vermutlich am Freitag werden sie erfahren sie, ob sie Glück hatten, oder ob auch auf ihrem Hof Schweine erkrankt sind.

Symptome der Brucellose

Totgeburten von Ferkeln sind das auffälligste Symptom bei der Schweinebrucellose. Beim Eber äußert sich die Krankheit mit Hoden- und Nebenhodenentzündungen. Bei den Tieren können auch Sehnen- und Gelenkentzündungen auftreten. Beim Menschen können sich Fieberschübe und grippale Symptome entwickeln. Die Erkrankung kann auch chronisch verlaufen und Gelenke oder Organe befallen.

 

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel