Dornstadt / THOMAS STEIBADLER  Uhr
Mit ihrem Adventsbasar unterstützt die SMV der Bühl-Realschule Dornstadt den Verein Friedensdorf International. Damit haben die Schüler auch dem vierjährigen Sefa aus Afghanistan geholfen.

Ein knappes halbes Jahr war der kleine Sefa in Deutschland und hat in dieser Zeit "super Deutsch gelernt", sagt Helge Herbert vom Ulmer Freundeskreis des Friedensdorfs International. Noch wichtiger als die Sprachkenntnisse: Der vierjährige Junge aus dem Süden Afghanistans wurde an der Ulmer Uni-Klinik erfolgreich behandelt. Eine auf Mangelernährung zurückzuführende Knochenerkrankung hatte eine "sehr schwierige Operation" an der Hüfte notwendig gemacht. Zu Hause hätte Sefa wohl nicht geholfen werden können.

Seit 22 Jahren unterstützt der Ulmer Freundeskreis den 1967 gegründeten Verein Friedensdorf International mit Sitz in Oberhausen. Der hat es sich zur Aufgabe gemacht, kranken und verletzten Kindern aus Kriegs- und Krisengebieten zu helfen. Das Friedensdorf arbeitet dabei mit Kliniken in Europa zusammen, die sich bereit erklärt haben, die jungen Patienten kostenlos zu behandeln. Um Flug, Unterkunft vor und nach dem Krankenhausaufenthalt, Kleidung und Betreuung der Kinder kümmern sich der Verein und seine Freundeskreise. Der Ulmer hat etwa zehn Mitglieder.

Unterstützung bekommen Freundeskreis und Friedensdorf seit einigen Jahren von den Dornstadter Realschülern. Alljährlich veranstaltet die SMV (Schülermitverantwortung) mit Hilfe der Eltern und Lehrer einen Adventsbasar, der Erlös wird jeweils gespendet. "Eine tolle Sache", freut sich Helge Herbert, der dieser Tage zusammen mit Bärbel Franz vom Friedensdorf-Verein die Schule besuchte. Erwartet wurden sie von den Schülersprechern Michael Gross-Günther, Romina Schlumberger und Maximilian Völk, von Schulleiter Alexander Bochtler sowie den Verbindungslehrer Julia Schmidt und Uli Remmele - und einem Scheck über 1300 Euro. So viel war beim Basar im vergangenen Dezember zusammengekommen. Dort hatte auch Helge Herbert vorbeigeschaut und jemanden mitgebracht: Sefa. Der mit Hilfe des Friedensdorfs geheilte Junge sei so eine Art Stargast gewesen.

Seit wenigen Wochen ist Sefa wieder zu Hause, und inzwischen wird bereits der nächste Friedensdorf-Patient in Ulm behandelt. Der achtjährige Hamdullah kommt ebenfalls aus Afghanistan und muss unter anderem wegen einer Beckenringfraktur operiert werden. Schon vor der Operation "lernt er mit uns Deutsch", sagt Helge Herbert.