Dornstadt Schnell und treffsicher: Jonas Retter trainiert Biathleten

Der 18-jährige Trainer Jonas Retter an einer Schießanlage im Biathlonzentrum Dornstadt.
Der 18-jährige Trainer Jonas Retter an einer Schießanlage im Biathlonzentrum Dornstadt. © Foto: Eva Englisch
Dornstadt / EVA ENGLISCH 02.09.2016
Schüler und Trainer: Jonas Retter trainiert 11- bis 14-Jährige im Biathlon.

Zwei- bis dreimal pro Woche üben die Nachwuchsbiathleten des DAV Ulm im Biathlonzentrum Dornstadt. Der 18-jährige Jonas Retter ist seit vier Monaten ihr Trainer – eine verantwortungsvolle Aufgabe.

Beim Biathlon geht es nämlich nicht nur um Ausdauer oder Kraft, sondern auch um Treffsicherheit mit dem Gewehr. „Es ist immer eine Waffe mit im Spiel“, sagt der 18-jährige Blausteiner. Die „Kleinen“ trainieren mit Luftgewehren, mit denen noch keine allzu schlimmen Verletzungen entstehen können. Und nicht mit Kleinkalibergewehren, wie erwachsene Biathleten sie verwenden. Wegen des Risikos musste er, um mit Kindern trainieren zu dürfen, in der Trainerausbildung zwei Lizenzen erwerben: Eine Schießstandleiter- und eine Jugendbasislizenz. Um die zeitaufwändige Ausbildung abschließen zu können, habe er großzügig von der Schule frei bekommen.

Bevor sich Kinder an ein Luftgewehr wagen dürfen, wird mit Lasergewehren trainiert. Obwohl hier kein Verletzungsrisiko besteht, gelten die gleichen Regeln wie bei „richtigen Waffen“. So lernen schon die Jüngsten, dass es bei Verstößen Ärger gibt. „Darum kommen sie später gar nicht erst auf die Idee, Dummheiten zu machen“, sagt der Gymnasiast. Normalerweise hielten sich die 11- bis 14-Jährigen vorbildlich an die Regeln.

Retter ist auch selbst als Biathlet aktiv, trainiert allerdings „nur noch“ zweimal in der Woche. Das Training mit den Kleinen nehme viel Zeit in Anspruch Jede Einheit dauert zwei Stunden und bei ihm komme auch noch die Vorbereitungszeit hinzu. „Was wir im Training machen, überlege ich mir aber auch oft in der Schule“, erzählt er und lacht.

Ihr Können dürfen die Kinder mehrmals im Jahr bei Wettkämpfen unter Beweis stellen. Diese finden meist in Baden-Württenbergs traditionellen Skiregionen statt, zum Beispiel im Schwarzwald oder auf der Schwäbischen Alb.

Aber was machen Biathleten eigentlich im Sommer oder wenn es im Winter mal keinen Schnee gibt? „Im Sommer trainieren wir mit Skirollern“, erklärt Retter, hierfür gäbe es im Biathlonzentrum spezielle Bahnen. Die Sportgeräte werden wie Langlaufski am Fuß festgeschnallt. Auch die Bewegungsabläufe sind ähnlich wie beim Langlaufen, nur dass man sich auf Rollen bewegt. Im Sommer werden außerdem Biathlons mit Joggen oder Mountainbiken ersetzt wird. Im Winter können die Sportler, wenn sie Glück haben, auf echtem Schnee trainieren. Schneit es nicht, sei das auch kein Problem. „Wenn es kalt genug ist, machen wir einfach Schnee mit unserer Schneekanone“, sagt Retter.

Das regelmäßige Training mit den Kindern macht dem 18-Jährigen Spaß. Schön sei es, die Fortschritte seiner Schützlinge zu beobachten und zu sehen,  dass sie den Sport gern machen. „Wenn sie Erfolg haben, freut mich das natürlich“, sagt Retter. Klappt es bei einem Kind mal nicht so gut, sei es wichtig, dieses zu motivieren und im Training auch mal einzeln zu betreuen. Grundsätzlich will er aber allen Kindern aus der Gruppe gleich viel Zeit widmen.

Bevor Retter mit elf Jahren zum Biathlon wechselte, war er im Fußballverein aktiv. Die Gemeinschaft unter den Sportlern habe er beim Biathlon jedoch als besser empfunden, „obwohl Biathlon eine Einzelsportart ist“.

Beim DAV seien auch gemeinsame Unternehmungen wichtig, nicht nur Training. So fährt die Biathlonabteilung  in den Sommerferien für ein Wochenende zum Wandern in die Berge. Dabei gehe es vor allem darum, zusammen Spaß zu haben.

Retter besucht die Oberstufe des Technischen Gymnasiums. Nach dem Abi möchte er auf jeden Fall „was mit Technik“ machen. Ob er studiert oder nicht, werde er sehen, wenn es  soweit ist. Vorstellen kann er sich ein Maschinenbaustudium, oder auch eine Ausbildung zum Industriemechaniker.

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