Umwelt Gemeinde Dornstadt: Schluss mit Glyphosat

Das umstrittene Pflanzenschutzmittel Glyphosat.
Das umstrittene Pflanzenschutzmittel Glyphosat. © Foto: Patrick Pleul/dpa
Dornstadt / Thomas Vogel 02.07.2018
Die Gemeinde Dornstadt verpflichtet die Pächter kommunaler Flächen, auf das umstrittene Pflanzengift zu verzichten.

Ein Zeichen gegen das umstrittene Pflanzengift Glyphosat setzt die Gemeinde Dornstadt. Einstimmig hat der Ausschuss für Verwaltung, Finanzen und Soziales einem Antrag der CDU/BWV-Fraktion zugestimmt, das auch unter dem Verkaufsnamen „Roundup“ bekannte Mittel von kommunalen Grünflächen zu verbannen.

Sämtliche Pächter der 160 landwirtschaftlich oder kleingärtnerisch genutzten Flächen der Kommune erhalten demnächst Post von der Gemeinde. Sie werden darin aufgefordert, eine entsprechende freiwillige Verpflichtung zu unterschreiben. Freiwillig deshalb, da es sich um einen Eingriff in laufende Pachtverträge handelt, erläuterte Bürgermeister Rainer Braig. Allerdings droht den Pächtern bei Nichtunterzeichnung die Kündigung ihres Vertrags zum nächstmöglichen Zeitpunkt.

Betroffen von dem Beschluss sind etwa 400 Pachtverträge und Flächen von insgesamt etwa 60 Hektar, listete die für die kommunalen Liegenschaften zuständige Rathausmitarbeiterin Brigitte Hehr auf. Gleichzeitig räumte sie ein, dass eine Kontrolle des Glyphosatverzichts durch die Gemeinde im Grunde unmöglich sei. „Man muss sich Gedanken machen, wie man wenigstens stichprobenartig vorgehen kann“, sagte Bürgermeister Braig dazu.

Gleichzeitig dämpfte er den Überschwang im Gremium. Auf Dornstadter Gemarkung würden insgesamt 3600 Hektar landwirtschaftlich genutzt, und für diese Flächen gelte der Beschluss größtenteils nicht. Zuvor hatte Gemeinderat Alexander Vogel (CDU/BWV) bereits von einem Werbeeffekt für Dornstadt gesprochen, wenn es auf einer „Karte nachhaltiger Kommunen“ auftauchen würde. „Wir sind doch noch Lichtjahre weg von einer glyphosatfreien Gemeinde“, gab sich Herbert Jarosch (Freie Wähler) realistisch.

Doch im Grundsatz demonstrierte das Gremium Einigkeit und stimmte dem Vorstoß zu, der zunächst vor allem als „moralischer Appell“ Wirkung zeigen solle. Besser unter Kontrolle aber sind jene Flächen, die von der Gemeindeverwaltung selbst betreut werden. Dort würden schon seit mehreren Jahren – außer in Notsituationen – keine Pestizide mehr ausgebracht, erläuterte Braig auf Nachfrage von Paul Anhorn (SPD).

„Landwirte zu Unrecht am Pranger“

Bauernverband Beim Thema Glyphosat werden die Landwirte nach Meinung von Ernst Buck, Vorsitzender des Kreisbauernverbands, zu Unrecht an den Pranger gestellt. Vielmehr verwende die Deutsche Bahn große Mengen des Pflanzengifts an ihren Bahndämmen. Die Landeswasserversorgung hat Glyphosat, das im Verdacht steht, Tier und Mensch zu schaden, in Donau, Nau, Roth und Blau, ebenso in Gräben im Donauried bei Langenau festgestellt und die Landwirtschaft als Hauptverursacher genannt. mäh

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