Reitsport Schleppjagd über die Alb

Schön im Gelände anzusehen: Reiter auf der Schleppjagd unterwegs rund um Laichingen.
Schön im Gelände anzusehen: Reiter auf der Schleppjagd unterwegs rund um Laichingen. © Foto: Sabine Graser-Kühnle
Laichingen / Sabine Graser-Kühnle 05.10.2018

Über 50 Reiter und eine mehrköpfige Equipage mit der Foxhound-Meute jagten am Mittwoch über die Laichinger Alb. Es war die 50. Schleppjagd des Reit- und Fahrvereins Laichingen unter der Leitung des Schleppjagdvereins Bayern – eine Jubiläumsjagd. Die einen mit Helm behütet, in schicken roten Mänteln und die Beine in engen weißen Reithosen, die anderen im schwarzen Reitdress – so bot die Gruppe ein schönes Bild. Doch der eigentliche Blickfang waren die Pferde: goldbraune Füchse, schwarze Rappen, weiße Schimmel. Ihnen voraus – bellend und voller Eifer – jagten die 15 Koppeln fast nur weißer Foxhounds, also insgesamt 30 Hunde.

Längst geht es bei diesem Reitervergnügen nicht mehr darum, einen Fuchs zu jagen. Das ist in Deutschland seit 1934 verboten. Im Vordergrund steht der Ritt im Pulk in der Natur, durchs freie Gelände über Stock und Stein, mal im Schritt oder im wilden Galopp. Höhepunkte sind die Springhindernisse. Die haben Vereinsmitglieder zuvor aufgestellt, denn umgestürzte Bäume liegen sonst kaum auf den Albwiesen herum.

Jagdbläser dabei

Seit zehn Jahren immer mit dabei sind die fünf Jagdbläser vom Hegering der Jäger in Blaubeuren. Mit ihren Jagdhörnern laden sie mit zu jedem Abschnitt der Schleppjagd passenden Liedern zum Ausritt ein: Die „Begrüßung“ hieß die Reiter am Start- und Zielpunkt bei der Reithalle in Laichingen willkommen, mit „Aufbruch zur Jagd“ gaben die Bläser das Startsignal.

„Horido“, riefen einige Reiter den Zuschauern zu, die den Aufbruch begleiteten, „Joho“ rief es zurück: uralte Jagdrufe. Um der Tradition der Fuchsjagd mit Pferd und Hundemeute so treu wie möglich zu bleiben, legen zwei Reiter vorneweg die sogenannte „Schleppe“, ein künstlicher Duftstoff, dessen Geruch die Hundemeute aufnimmt und dessen Spur sie verfolgt. Das Wetter spielte wunderbar mit an diesem Feiertag. Und eine lange Autokolonne fuhr die markanten Punkte dieser Schleppjagd an, um dieses Bild voller Leben und Ästhetik zu bewundern.

Eben dies mache auch das Mitreiten aus, schwärmte Monika Schneider. Vor allem das Miteinander und dass es keinen Sieger oder Verlierer gibt: „Reiten und die Arbeit der Hunde zu beobachten, sowie die bunten Farbkleckse der Reiter und ihrer Pferde in der Landschaft: Das ist einfach schön.“ Sie und ihre Familie sind die maßgeblichen Organisatoren dieser jährlichen Schleppjagd. Doch ohne Unterstützung geht gar nichts, so nutzte sie das Jubiläum, um den Vereinsmitgliedern, die immer bei den Vorbereitungen helfen, zu danken. Sie bedauerte ein wenig, dass es immer schwieriger werde, die Strecke auszuwählen. „Es gibt immer weniger Wiesen und viele Wege sind asphaltiert oder geschottert.“

Jammern auf hohem Niveau

Toni Wiedemann, der Vorsitzende des Schleppjagdvereins Bayern konterte: „Ihr jammert auf hohem Niveau, von einem solchen Gelände, wie ihr es hier um Laichingen habt, können viele nur träumen.“

Weiterer Termin am Samstag

Schleppjagd Vor 50 Jahren war es noch die Kappenberger Meute aus Dortmund, die die Schleppjagd in Laichingen durchführte. Als die sich auflöste, kauften die Bayern deren Hundemeute auf und führen das, was die Kappenberger in Laichingen machten, seither fort. Der Abschluss einer jeden Schleppjagd ist das gemeinsame Essen hinterher im Reiterstüble Laichingen.

Neuer Termin Wer den Reitern und Hunden noch einmal bei der Schleppjagd zusehen will, kann dies noch einmal bei der üblichen Herbstjagd am kommenden Samstag, 6. Oktober tun. Treffpunkt ist um 13 Uhr an der  Reitanlage bei der Laichinger Tiefenhöhle, Zuschauer werden im Autokonvoi an verschiedene Punkte geführt.

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