Freizeit Schatzsucher auf den Spuren des Burgberg-Drachen

Ortsgruppen-Vorsitzender Kurt Högerle verliest eine Botschaft des Ritters Konrad von Regglisweiler.
Ortsgruppen-Vorsitzender Kurt Högerle verliest eine Botschaft des Ritters Konrad von Regglisweiler. © Foto: Michael Seefelder
Von Michael Seefelder 05.10.2018

Wie kleine Ritter und Burgfräulein durften sich die Teilnehmer der Ritterwanderung der Ortsgruppe Regglisweiler des Schwäbischen Albvereins fühlen. Teilweise mit Schwertern, Schilden und Kostümen bestückt, tauchten sie einen Nachmittag lang ein in eine Welt voller Sagen und Mythen. Los ging es am Spielplatz an der Bergstraße, Ziel war der Burgberg in Regglisweiler, wo ein Picknick auf die Kinder und ihre Eltern oder Verwandten wartete. Unterwegs galt es knifflige Aufgaben zu meistern, um den Schatz, den der Burgbergdrache gestohlen hat, wieder zurück zu bekommen.

14 Familien hatten sich für die Wanderung angemeldet. Für Kirsten Klahold, pädagogische Mitarbeiterin des Schwäbischen Albvereins, ein Erfolg: „Das kommt gut an“. Der Albverein wolle speziell für Familien etwas in der Natur anbieten.  Jedoch keinen klassischen Sonntagsspaziergang: Der ist für Kinder meist langweilig. Bei der spannenden Drachenjagd ging es schon mal über Feldwege und kleine Pfade durch den Wald, wo die Kinder „Schuppen“ des Drachen und „Gold“ finden konnten. Dabei könne auch das Bewusstsein der Kinder für die Umwelt geschärft werden, sagt Klahold. „Die Kinder tragen das dann weiter in die Kitas, Schulen und Familien.“

 Hintergrund der Ritterwanderung wie auch von ähnlichen Veranstaltungen über das Jahr hinweg ist ein verstärktes Bemühen des Schwäbischen Albvereins um Nachwuchs. Denn der Verein ist überaltert. Deshalb gibt es nun vier fest angestellte Mitarbeiterinnen wie Kirsten Klahold. Sie will im Rahmen des „Projekt Zukunft“ mit gezielten Angeboten Familien für die ehrenamtliche Arbeit im Albverein gewinnen. Das Ziel sei, in den Ortsgruppen den Aufbau von Familiengruppen zu forcieren, erklärt die pädagogische Mitarbeiterin. Sie erzählt von Weihnachts- und Barfußwanderungen, Bastelaktionen oder gemeinsamem Schnitzen. „Weg vom Sofa“ lautet die Losung. Die Angebote finden in der direkten Umgebung statt und nicht beispielsweise in den Alpen, damit die Teilnehmer nicht noch einen langen Heimweg zurücklegen müssten, erklärt Klahold. Jede pädagogische Fachkraft hat ihren Worten zufolge eine Teilzeit-Festanstellung zu 30 bis 50 Prozent und betreue mehrere Ortsgruppen. Klahold selbst ist neben Regglisweiler auch für Ennabeuren und Blaubeuren zuständig.

Dass die Rechnung bei  der Ritterwanderung aufgegangen ist, zeigte die Begeisterung der Buben und Mädchen für das Abenteuer im Wald bei bestem Herbstwetter. Ortsgruppen-Vorsitzender Kurt Högerle verlas, mit einem Ritterhelm bekleidet,, eine Botschaft des Ritters Konrad von Regglisweiler und erntete gespannte und staunende Blicke. Als Belohnung winkte natürlich noch der Schatz des Drachen, der unter anderem aus Luftballons und Süßigkeiten bestand.

Projekt Zukunft

Jugendarbeit Das „Projekt Zukunft“ startete im Jahr 2015, um mehr Nachwuchs für den Schwäbischen Albverein zu gewinnen und das Ehrenamt zu stärken. Zuvor war eine Umfrage in den Ortsvereinen durchgeführt worden, ob überhaupt Interesse an Unterstützung zum Aufbau oder Neuaufbau einer Familiengruppe besteht. Daraufhin wurden pädagogische Mitarbeiterinnen eingestellt, die verschiedene Veranstaltungen anbieten und damit den Ehrenamtlichen vor Ort beim Aufbau der Familienarbeit helfen. So sollen neue Familien für den Verein gewonnen werden, die die neuen Familiengruppen dann nach einer Zeit von ein bis zwei Jahren selbstständig leiten. Wenn das geglückt ist, können die pädagogischen Mitarbeiterinnen ihre Arbeitskraft in neuen Ortsgruppen einbringen.  

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