Einen mächtigen Schreck haben am Samstagnachmittag gegen 15 Uhr die acht Mitglieder der Am­stetter Jugendfeuerwehr bekommen, als sie im Rahmen der Ortsputzete mit Müllsäcken und Zangen auf der Landesstraße in Richtung Ettlenschieß unterwegs waren: Rund 500 Meter nach dem Ortsausgang fanden sie links im Straßengraben in einem dichten Gebüsch eine etwa 40 Zentimeter lange Granate, halb im Boden noch eingegraben.

Früher Standardgeschoss für Panzer

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst in Stuttgart wurde alarmiert. Vor dort aus machten sich Joachim Leippert und Robert Mess auf den Weg, um den Bombenfund zu sichern.Wie es sich herausstellte, handelte es sich um eine noch scharfe Sprenggranate mit einem Kaliber von zwölf Zentimetern aus dem Zweiten Weltkrieg –  damals ein Standardgeschoss für Panzer. Die Experten nahmen die Granate mit zum Sammelstützpunkt der Behörde. Dort wird sie zu gegebener Zeit mit anderen Kampfmitteln vernichtet.

Mehr zum Thema lesen Sie in der Dienstagsausgabe der GEISLINGER ZEITUNG und im E-Paper.

In Baden-Württemberg sind seit 1946 schon 24 573 Bomben entschärft worden


Bilanz Dem Kampfmittelbeseitigungsdienst geht die Arbeit nicht aus: Von 1946 bis Ende 2017 sind allein in Baden-Württemberg 7,3 Millionen Kilogramm Munition geborgen und vernichtet sowie 24 573 Bomben entschärft und vernichtet worden. Laufend gehen neue Meldungen über den Fund von Granaten, Minen und Bomben ein, die von Spaziergängern, Pilzsammlern oder Landwirten bei der Feldbestellung, bei Waldarbeiten und beim Baustellenaushub entdeckt werden.

Personal Beim Kampfmittelbeseitigungsdienst sind derzeit 33 Personen beschäftigt, darunter acht Feuerwerker und 14 Munitionsarbeiter.  Sie beseitigen die von den Polizeidienststellen des Landes gemeldeten Bomben, Granaten und Minen. In der Behörde gibt es auch sechs Luftbildauswerter. Sie werten die Luftbilder, welche von den Alliierten nach den Angriffen gefertigt wurden, aus. Auf diesen Luftbildern sind stark umkämpfte Gebiete, Bunkeranlagen, Grabensysteme, detonierte Bomben und teilweise auch Einschlagstellen von Bombenblindgängern erkennbar. Diese Bilder stellen in absehbarer Zeit die einzige Informationsquelle dar, um noch versteckt im Erdreich liegende Kampfmittel aufspüren zu können. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst verfügt über rund 60 000 Luftbilder von Baden-Württemberg, die aus Großbritannien erworben wurden. Weitere 42 000 Luftbilder wurden bislang aus den USA beschafft.