Bildung Sanierung trotz Schülerschwunds

Welche Schulformen wird es hier zukünftig geben? Den Standort des Schulverbunds in der Felsenstraße in Ehrenstein möchte die Stadt Blaustein stärken – obwohl es für das kommende Schuljahr kaum Anmeldungen für die Gemeinschaftsschule gab.
Welche Schulformen wird es hier zukünftig geben? Den Standort des Schulverbunds in der Felsenstraße in Ehrenstein möchte die Stadt Blaustein stärken – obwohl es für das kommende Schuljahr kaum Anmeldungen für die Gemeinschaftsschule gab. © Foto: Matthias Kessler
Von Samira Eisele 17.05.2018

In der Gemeinschaftsschule des Schulverbunds Blaustein kommt im nächsten Schuljahr keine fünfte Klasse zustande. Das teilte Bürgermeister Thomas Kayser in der jüngsten Gemeinderatssitzung mit. In einer nicht-öffentlichen Sondersitzung am 2. Mai habe das Gremium beschlossen, trotzdem an der rund acht Millionen Euro teuren Sanierung des Schulstandorts festzuhalten: Man gehe weiterhin von einer Dreizügigkeit aus und wolle den Schulstandort stärken, sagte Kayser.

Nur zehn Schüler wurden für die fünfte Klasse der Gemeinschaftsschule angemeldet. Achim Schwarz, der kommissarische Leiter des Schulamts  Biberach, nennt auf Anfrage diese Zahl und erklärt: Erst ab 16 Anmeldungen werde eine Klasse gebildet – auch eine Nachmeldung und zwei weitere Interessenten hätten nicht ausgereicht, um für das Schuljahr 2018/19 eine fünfte Klasse anzubieten. In der Realschule, die im Verbund mit der Gemeinschaftsschule am Standort Felsenstraße 10 untergebracht ist, habe es 35 Anmeldungen gegeben – genug für zwei Klassen, in denen auch die zehn angemeldeten Gemeinschaftsschüler unterkommen können.

Generell habe es in diesem Jahr weniger Anmeldungen an Gemeinschaftsschulen gegeben, sagt Schwarz für seinen Schulamtsbezirk. Woran das liegt, sei Spekulation – eventuell wirke sich das zum laufenden Schuljahr eingeführte neue Realschulkonzept nun aus. „Es ist nach wie vor schwer, Eltern verständlich zu machen, was Gemeinschaftsschule bedeutet und wie das Konzept funktioniert“, erklärt Schwarz weiter: Eine Schulart brauche rund zehn Jahre Zeit, um sich zu etablieren.

Für Blaustein könnte das knapp werden. Wenn zwei Jahre in Folge keine fünfte Klasse gebildet werden kann, schließt das Schulamt die betreffende Schule. Aus den diesjährigen Anmeldezahlen lasse sich jedoch nicht ablesen, wie es nächstes Jahr weitergeht, sagt Schwarz: Die Gemeinschaftsschule in Blaubeuren habe sich beispielsweise wieder „berappelt“.

In den ersten drei Jahren der Blausteiner Gemeinschaftsschule lagen die  Anmeldezahlen  bei 21 (Schuljahr 2015/16), bei 29 und somit zwei Klassen im Jahr 2016/17 und bei 23 Schülern im laufenden Schuljahr. Obwohl der Schulverbund Blaustein aktuell zweizügig sei, halte er es für richtig, mit einer dreizügigen Schule zu planen, sagt Schwarz: Weil die Größe der Stadt und die Geburtenzahlen der vergangenen Jahre dafür sprechen.

Hauptamtsleiterin Anke Jaeger sagte auf Nachfrage, dass der Gemeinderat Blaustein in einer der nächsten Sitzungen über die Zukunft der angebotenen Schulformen sprechen werde. Saniert werden soll auf jeden Fall: Der Gemeinderat vergab am Dienstag einen Teil der Arbeiten, die einen Neubau für Mensa und Verwaltung einschließen (siehe Infokasten).

Keine Angebote für den Rohbau, Kosten teils höher als geschätzt

Zahlen Über rund 60 Prozent der Bauarbeiten hat der Blausteiner Gemeinderat in seiner Sitzung entschieden. Einstimmig vergeben wurden Abbrucharbeiten (für rund 98 000 Euro), Gerüstbau (rund 18 000 Euro), Fenster (172 000), Dachabdichtung (118 000), Blitzschutz (26 000), Heizung (347 000) und Lüftung (300 000). Die Ausschreibung der Elektroarbeiten hob das Gremium einstimmig auf, weil das Angebot 25 Prozent über der Kostenberechnung lag. Auch die Metallbauarbeiten kosten 22 Prozent mehr – rund 421 000 Euro – wurden aber bei einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen vergeben. Eine Gegenstimme und drei Enthaltungen gab es auch bei den Sanitärarbeiten zum Preis von 303 000 Euro: 19 Prozent mehr.

Verfahren Kein Angebot gab es für die auf 1,5 Millionen Euro geschätzten Rohbauarbeiten, für die nun in freihändiger Vergabe ein Bieter gesucht wird.

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