Dornstadt / THOMAS STEIBADLER Der Zeitplan für die Sanierung des Dornstadter Hallenbads steht. Vom 8. Februar 2016 an wird das Bad innerhalb von 18 Monaten erneuert und um einen Kinderbereich erweitert. Kosten: 7,15 Millionen Euro.

Beruhigende Worte von jener Frau, die das Projekt steuert: Das Dornstadter Hallenbad sei "absolut standsicher", sagte Marie á Porta, als es am Mittwoch im Gemeinderat um die anstehende Sanierung des Mitte der 1970er Jahre gebauten Bads ging. Erhebliche Zweifel an der Standsicherheit waren im Februar aufgekommen, die Gemeinde ließ das Hallenbad kurzfristig für mehrere Wochen sperren. Die Holzverkleidung wurde abmontiert, die Betondecke samt Trägern Stützen und Unterzügen untersucht. Das Ergebnis bestätigte ein zuvor in Zweifel geratenes bau-chemisches Gutachten aus dem Jahr 2010: Der Stahl im Beton ist in Ordnung. Damit das so bleibt, empfehlen die Fachleute, den Beton mit einer speziellen Beschichtung zu versehen, die das Eindringen rostfördernder Chloride verhindert.

Durch die flächendeckend notwendige Betonbeschichtung steigen die Kosten des Projekts Hallenbad-Sanierung. Doch hätte es für die Gemeinde deutlich schlimmer kommen können: wenn die Decke aus Spannbeton grundlegend saniert werden müsste. Weil das auch dem neuen Gutachten zufolge nicht notwendig sein wird, liegt die aktuelle Kostenschätzung lediglich 250.000 Euro über den bisher genannten 6,9 Millionen.

Die Beton-Fachleute raten nicht nur zu dem Schutzanstrich, sondern auch zur regelmäßigen Beton-Kontrolle. Das hat Auswirkungen auf die Innen-Gestaltung. Statt einer Deckenverkleidung plant das Architekturbüro Sport-Concept in der Schwimmhalle nun so genannte Baffles. Das sind farbige, etwa ein Meter hohe Akustik-Elemente, die an der Decke montiert werden.

In dem Planungsausschuss, der sich bei zwei Treffen im Juli und September mit Einzelheiten der Bad-Gestaltung befasst hatte, waren die bunten "Baffles" unumstritten. Keine Einigkeit war hingegen über die Gestaltung der Eingangstreppe zu erzielen. Soll der Zugangsbereich wie das restliche Gebäude mit einer Holzverkleidung versehen werden, oder reicht es, dort Putz aufzutragen? Im Gemeinderat bevorzugt eine knappe Mehrheit (elf zu neun Stimmen) die um knapp 18 000 Euro günstigere Putz-Variante. Aber nicht in erster Linie um zu sparen, sondern aus ästhetischen Gründen. Der Putz biete einen Kontrast zur übrigen Fassade, sagte Günther Vetter (CDU/BWV), und Paul Anhorn (SPD) stellte fest: "Wenn alles Holz ist, wirkt es für mich holzkistenartig." Claus Bösl (Freie Wähler) vertrat die Gegenposition der Minderheit: Je weniger Materialien, desto hochwertiger wirke die Fassade.

Eine weitere Geschmacksfrage, vom Planungsausschuss unbeantwortet, war hinsichtlich der Farbgestaltung des geplanten Dampfbads zu klären. Die große Mehrheit entschied sich für frühlingshaftes Ahornblätter-Design.

Gemäß dem Zeitplan von Projektmanagerin á Porta kann am Sonntag, 7. Februar 2016, zum dann vorläufig letzten Mal im Dornstadter Hallenbad geschwommen werden. Tags darauf wird das Wasser aus dem Becken gelassen und mit dem Ausräumen begonnen. Die Entkernung des Gebäudes beginnt am 15. Februar, am 7. März soll die Betonsanierung anlaufen. Es folgen die Rohbauarbeiten und von Sommer nächsten Jahres an der Innen-Ausbau. Ein Jahr später, Ende der Sommerferien 2017, ist die Wiedereröffnung geplant. Im Vergleich zum 7. Februar 2016 dürfte das Hallenbad kaum wiederzuerkennen sein. Etwas bleibt: Die jeweils neun Unterwasser-Leuchten an den Längsseiten des Schwimmbeckens. Dann aber, wie im gesamten Bad mit stromsparenden LED-Lampen.