Insolvenz SAM: Arbeitsplätze in Feldstetten bedroht

Automobilzulieferer mit Sitz in Böhmenkirch ist zahlungsunfähig.
Automobilzulieferer mit Sitz in Böhmenkirch ist zahlungsunfähig. © Foto: Rainer Lauschke
Böhmenkirch/Feldstetten / Thomas Hehn 22.08.2018
Der Automobilzulieferer mit Sitz in Böhmenkirch ist zahlungsunfähig, die Zukunft des Unternehmens offen.

Der Automobilzulieferer SAM mit Sitz in Böhmenkirch (Kreis Göppingen) ist insolvent. Damit sind die Arbeitsplätze von insgesamt etwa 1800 Beschäftigten in Gefahr, davon 350 im Werk in Laichingen-Feldstetten. Nachdem die Kreissparkasse Göppingen als Hauptgläubiger, der VW-Konzern als größter Kunde und der Kreditausfallversicherer Atradius die Reißleine gezogen hatten, musste die Geschäftsführung am Montag den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens stellen. Das Amtsgericht Aalen bestellte den Rechtsanwalt Holger Leichtle von der Sozietät Schultze & Braun in Stuttgart zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Dessen wichtigste Aufgabe besteht zunächst darin, Kunden und Lieferanten des Herstellers von Dachrelings, Zierleisten und Tankdeckeln bei der Stange zu halten. In einer Pressemitteilung versichert Leichtle, das vorläufige Insolvenzverfahren habe keine Auswirkungen auf die Produktion: „Alle Aufträge werden vereinbarungsgemäß abgewickelt und in der gewohnt hohen Qualität ausgeliefert.“ Allerdings ist gestern bekannt geworden, dass Personaldienstleister bereits die ersten Leiharbeitskräfte bei SAM abgezogen haben. In den nächsten Tagen will Leichtle einen genauen Einblick in die wirtschaftliche Lage des Unternehmens gewinnen und die Möglichkeiten einer Sanierung prüfen.

Viele angelernte Mitarbeiter

Für Donnerstag hat der Leichtle eine Betriebsversammlung in Böhmenkirch anberaumt. Doch eines zeichnet sich bereits ab: Auch wenn die Sanierung gelingt, dürfte das mit schmerzhaften Einschnitten verbunden sein. Da ein Großteil keine Facharbeiter, sondern Angelernte sind, könnte es für viele schwer werden, wieder einen Job zu finden.

SAM gehört seit Anfang 2016 der Beteiligungsgesellschaft Bregal mit Sitz in München. Diese wiederum ist wie die Textilkette C&A Teil des Brenninkmeijer-Familienimperiums.

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