Wirtschaft SAM könnte die Kurve kriegen

Böhmenkirch / Thomas Hehn 24.08.2018

Viel Zeit hatte Insolvenzverwalter Dr. Holger Leichtle nicht, um sich seit Montag ein Bild über die Lage bei SAM zu machen. Entsprechend vage waren auch die Aussagen nach der Betriebsversammlung in Böhmenkirch gestern, wie man das Unternehmen sanieren kann. Dass eine Rettung möglich ist und die Firma nicht abgewickelt und zerschlagen wird, davon ist Leichtle aber schon jetzt überzeugt. Die Kreissparkasse als Hauptgläubiger und der VW-Konzern als wichtigster Kunde hätten jedenfalls deutlich gemacht, dass sie auch langfristig zum Unternehmen stehen wollten, versicherte der Stuttgarter Rechtsanwalt gegenüber der Presse. In den nächsten Tagen und Wochen gehe es nun darum, auch die Lieferanten bei der Stange zu halten.

Mitarbeiter stehen zur Firma

Leichtle hat den Eindruck, dass auch die Mitarbeiter zum Unternehmen stehen und mitarbeiten, wenngleich die Verunsicherung groß sei und bei der Versammlung viele Fragen gestellt worden seien, wie es weiter geht. Das von der Agentur der Arbeit zur  Verfügung gestellte Insolvenzgeld gebe den Beschäftigten, aber auch der Firma, mittelfristig gewisse Sicherheit. „Wenn SAM drei Monate keine Löhne zahlen  muss, kann sich sich das Unternehmen etwas erholen und stabilisieren.“ Ziel sei es, einen Investor zu finden, der das Unternehmen, das auch ein Werk in Feldstetten hat, langfristig fortführt.

Auch bei der Gewerkschaft ist man optimistisch, dass Leichtle das gelingen könnte: „Der Insolvenzverwalter macht einen guten Eindruck. Der ist mit großer Mannschaft angerückt. Und die stellt nicht nur die richtigen Fragen, sondern hat auch schon die ersten richtigen Maßnahmen ergriffen“, lobt Manuel Schäfer von der IG Metall Göppingen-Geislingen.

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