Politik Ronja Kemmer zu Besuch in Langenau: Schüler müssen früh raus

Bundestagsabgeordnete Ronja Kemmer besichtigt mit (von rechts) Schulleiter Martin Metzger, den Gemeinderäten Klaus Meisen und Helga Mack, Bürgermeister Daniel Salemi und Gemeinderat Herbert Böhm die Friedrich-Schiller-Realschule in Langenau. 
Bundestagsabgeordnete Ronja Kemmer besichtigt mit (von rechts) Schulleiter Martin Metzger, den Gemeinderäten Klaus Meisen und Helga Mack, Bürgermeister Daniel Salemi und Gemeinderat Herbert Böhm die Friedrich-Schiller-Realschule in Langenau.  © Foto: Barbara Hinzpeter
Langenau / Barbara Hinzpeter 21.12.2016

Für 2,7 Millionen Euro wird die Langenauer Friedrich-Schiller-Realschule erweitert. 933 000 Euro kann die Stadt als Zuschuss von der Schulbauförderung des Landes erwarten, sagte der Erste Beigeordnete Christoph Schreijäg. Baubeginn ist im März 2017. Wie nötig der Anbau ist, machte Rektor Martin Metzger beim Besuch der CDU-Bundestagsabgeordneten Ronja Kemmer am gestrigen Dienstag deutlich: Momentan unterrichten 51 Lehrer 738 Kinder und Jugendliche, und auch die benachbarte Grundschule wächst. Sie profitiere von der Erweiterung.

Positiv bewertete Metzger die „Stärkung der Realschulen“, wie sie im Koalitionsvertrag des Landes festgelegt sei. Zusätzliche Lehrerstunden erlaubten in den Klassen 7 und 8 differenzierten Unterricht, beispielsweise im   Kurssystem. Obwohl der Bund nicht für die Schulen zuständig sei, „ist Bildung eine Herzensangelegenheit von mir“, sagte Ronja Kemmer. Daher habe sie sich über den Schulbesuch gefreut, auch über das Lob von Metzger am Koalitionsvertrag des Landes, den sie mitverhandelt habe.

Kemmer genoss auch das lebhafte Gespräch mit Sechstklässlern, die eifrig fragten und ebenso bereitwillig Auskunft gaben. Zum Beispiel auf die Frage, wann sie aufstehen. Da wurde deutlich: Bei einigen auswärtigen Schülern klingelt der Wecker sehr früh morgens, damit sie rechtzeitig zur ersten Stunde da sind. Ein Junge aus Breitingen erzählte, er stehe um fünf Uhr auf. „Deshalb schauen wir, dass die Schulen künftig morgens später anfangen können“, sagte Bürgermeister Daniel Salemi. Ihn erkannten die Kinder auf Anhieb.

Von Ronja Kemmer wollten sie wissen, wie man Bundestagsabgeordnete wird und ob sie schon mal Kanzlerin Angela Merkel persönlich getroffen habe. „Ich sehe sie jede Woche“, zum privaten Kaffeetrinken sei aber noch keine Zeit gewesen, sagte sie.

Gespräch mit dem Bürgermeister

Stadtentwicklung und Nahverkehr waren Themen bei der Besprechung mit Salemi und einigen Vertretern des Gemeinderats. Der Bürgermeister berichtete vom Beschluss des Gemeinderats, dem Verein Regio-S-Bahn beizutreten. Sie betrachte die regionale S-Bahn ebenfalls als zentral für die weitere Entwicklung. Der Verkehrswegeplan sei sehr „großzügig konzipiert“. Der Personennahverkehr falle in die Zuständigkeit des Landes. Das bekomme aber „ordentlich Geld“ aus Regionalisierungsmitteln und sollte es entsprechend an die Kommunen weiterreichen.

Was die Entwicklung der Stadt angeht, sprach sich Salemi erneut gegen ein zu starkes Wachstum aus, auf das die Infrastruktur nicht ausgelegt sei. Sehr erfreulich sei die Entwicklung des Gewerbegebiets „südlich der Bahnlinie“. Die Stadt habe die ehemals „mindergenutzten“ Flächen, so der Erste Beigeordnete Christoph Schreijäg, nach und nach erworben und entwickelt. Innerhalb von wenigen Monaten seien sämtliche Gewerbeflächen verkauft worden – an 14 Betriebe mit etwa 100 Arbeitsplätzen. Nicht zuletzt deshalb sei eine südliche Entlastungsstraße notwendig, machten die Gemeinderäte deutlich. Für diese Lösung erhoffe er sich Unterstützung durch den Bund, sagte Salemi. Ronja Kemmer signalisierte Zustimmung.

Kümmern werde sie sich auch um das Thema Wertstoffgesetz, das Salemi anschnitt. Er kritisierte, dass sich die Stadt beim Entsorgen von Verpackungsmüll den Entsorgungs- und Verhandlungspartner nicht aussuchen und daher nicht selbst zwischen Sack und Tonne wählen könne. Die Stadt beziehungsweise der Gemeinderat favorisierten die Einführung des so genannten Holsystems und tendierten zur gelben Tonne, sagte Salemi.

Er könne nicht nachvollziehen, dass die Firma, mit welcher der Landkreis einen Vertrag geschlossen hat, im Alb-Donau-Kreis die Tonne ablehnt, während diese beispielsweise im benachbarten Günzburg und auch in Biberach zugelassen seien. „Wichtig wäre, die Entscheidung vor Ort selbst treffen zu können“, bestätigte Ronja Kemmer und wies daraufhin, dass ein neues Verpackungsmittelgesetz in Aussicht  sei. „Da wird noch an Details gearbeitet.“

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