Medizin Rheuma: Schneller zum Facharzt

Langenau / Patrick Fauß 03.11.2018

Rheumatische Erkrankungen der Gelenke und des Bewegungsapparats richtig einzuordnen ist schwierig. Auch für Ärzte. Deshalb hatte die Alb-Donau-Klinik in Langenau zum Rheuma-Symposium eingeladen. 85 Ärzte hatten sich angemeldet, 70 davon Hausärzte. In Vorträgen und Workshops bildeten sie sich über den Umgang mit entzündlichen Krankheiten der Gelenke fort.

Wie Hanns-Martin Lorenz, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) erläuterte, sei es im Bereich der Rheumatologie nicht gut  um die Versorgung mit Fachärzten bestellt. Es gebe zu wenig Rheumatologen in Deutschland. Schon an Studienplätzen an den Universitäten mangele es. Dabei bräuchte es mehr Rheumatologen, die die Krankheit frühzeitig diagnostizieren und behandeln.

Die Medizin habe in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht. Ziel sei: „Wir wollen jeden Patienten in zwei Wochen haben.“ Leider werde dies auf absehbare Zeit nicht zu realisieren sein.

Laut dem Chefarzt der Inneren Medizin, Steffen Briem, dauere es oft viele Monate, bis ein Patient einen Termin bei einem Rheumatologen bekomme. Im Schnitt seien es derzeit sechs bis neun Monate. Dabei sei eine zügige Behandlung bei einer Arthritis besonders wichtig. Hätte man den Patienten nach zwei Wochen, könnte beispielsweise mit einer ersten Kortison-Behandlung viel erreicht werden. Briem riet Patienten, bei denen der Verdacht auf Arthritis besteht, dringend mit dem Rauchen aufzuhören. Die Wahl des Essens oder der Genuss von Alkohol hätten dagegen nur einen geringen Einfluss auf den Krankheitsverlauf.

Um schneller mit Patienten in Kontakt zu kommen, richtet das Langenauer Klinikum ab November besondere Sprechstunden ein. Bei Verdacht auf eine Rheumaerkrankung können Hausärzte ihre Patienten ans Klinikum schicken.

So gebe es künftig die Screening-Sprechstunde „Entzündlicher Rückenschmerz“ oder auch Notfall-Sprechstunden. Ebenso Spezialsprechstunden bei begründetem Verdacht, die sich mit verschiedenen Formen der Krankheit befassen. Die Zeit bis zum Untersuchungstermin beim Rheumatologen solle so sinnvoll genutzt werden.

Grundlage für diese neue Möglichkeit am Klinikum sei eine Gesetzesänderung, die Anfang des Jahres in Kraft getreten ist. Sie erlaube nun Untersuchungen für mehr ambulante Patienten, als es bisher der Fall war.

Vielseitige Therapie gegen Rheuma

Ansatz  Ein Alleinstellungsmerkmal des Langenauer Alb-Donau-Klinikums ist die „Multimodale rheumatologische Komplextherapie“. Sie wird seit 2012 in Langenau ausgebaut und richtet sich an Patienten mit besonders schweren rheumatischen Erkrankungen. Verschiedene Therapiemethoden sind hier kombiniert und auf den Patienten abgestimmt. Schmerz, Behinderung oder Psyche des Erkrankten werden einbezogen. Ebenso Massagen oder Ergotherapie.

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