Evakuierung Rewe-Markt in Blaubeuren evakuiert

Blaubeuren / PETER SCHUMANN, HANNA SPANHEL 29.12.2014
Vorsorglich ist am Montag der Rewe-Markt in Blaubeuren evakuiert worden. Ein geplatzter Kabelschacht war Auslöser der Aktion. Der Verdacht, dass durch Schneemassen Gefahr droht, bestätigte sich nicht.

Die Polizei hat am Montagmittag den Rewe-Markt im Blaubeurer Handelsgebiet in der Württemberger Straße geräumt. Die rund 100 Besucher des Marktes verließen gegen 12.30 Uhr ohne Hektik das Gebäude, das daraufhin von zwei Statikern untersucht wurde. Feuerwehrmänner standen an einer Absperrung im Eingangsbereich des Supermarkts und klärten auf: Rein kann keiner, zumindest momentan nicht. Einige Kunden schoben ihre leeren Einkaufswagen murrend über den Parkplatz zurück zum Auto und ärgerten sich, dass ausgerechnet nach den Feiertagen so etwas passiert.

Was war geschehen: Die Marktleitung hatte am Mittag bemerkt, dass ein Kabelschacht an der Decke des riesigen Gebäudes aufgeplatzt war. Zu keinem Zeitpunkt habe eine Gefahr für die Besucher bestanden. Das Dach sei so ausgelegt, dass es auch die dreifache Schneelast tragen könne, wie Georg Fuhrmann, Pressesprecher der Blaubeurer Feuerwehr, auf Anfrage mitteilte. Am Montag war das Dach mit einer etwa 35 Zentimeter starken Schneeschicht bedeckt. Fuhrmann lobte die örtliche Marktleitung, die richtig gehandelt habe, um keinerlei Risiken einzugehen. Auch wenn dem Konzern dadurch ein materieller Schaden entstanden sei, weil der Markt gut eineinhalb Stunden geschlossen blieb.

Trotzdem war der Schnee Auslöser für den Alarm. Denn unter der Decke des Gebäudes verlaufen von einer Seite zur anderen gewaltige Holzbalken, die das Dachkonstrukt tragen. Diese geben bei Druck von oben leicht nach. „Die Verformung war absolut im grünen Bereich“, betont Fuhrmann. Statiker hatten das Dach von unten und – mit Hilfe der Feuerwehr-Drehleiter – von oben untersucht. Laut Fuhrmann wurden Kabelschächte für eine Photovoltaikanlage nachträglich passgenau zwischen den Holzbalken montiert. Dabei sei offenbar nicht bedacht worden, dass sich die Balken zum Beispiel bei starkem Schneefall oder auch bei hohen Temperaturschwankungen leicht verschieben können. Diese Verschiebung habe dazu geführt, dass der Kabelschacht gepresst wurde, so dass er an einer Stelle aufgeplatzt sei, erklärt Fuhrmann. „Dadurch ist subjektiv der Eindruck entstanden, dass das Dach durchhängt“, erläutert der Pressesprecher.

Die örtliche Marktleitung durfte am Nachmittag keine Auskunft mehr über den Vorfall geben, die Pressestelle des Handelskonzerns war nicht besetzt. Der geplatzte Kabelschacht war nicht die einzige Panne an diesem Tag. Über Nacht war wohl die Kühlanlage ausgefallen, so dass am Montag die Regale mit gekühlten Produkten völlig leergeräumt waren. Etliche Kunden suchten andere Supermärkte auf.

Im Drogeriemarkt nebenan schien man von der Räumung des Rewe-Markts unberührt, es ging nicht etwa die Angst vor zu schweren Schneemassen auf dem eigenen Dach um. Nur etwas mehr Trubel herrsche, sagte eine Kassiererin, „weil die Leute eben ausweichen müssen“.

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