Laichingen / JOACHIM STRIEBEL  Uhr
Landrat, Kreisräte und Bürgermeister sollen sich für einen flexiblen Notarztdienst auf der Laichinger Alb einsetzen. Das fordern die bisherigen Notärzte.

In Briefen an Landrat Heinz Seiffert, die Kreisräte des Alb-Donau-Kreises, an die Bürgermeister der Laichinger Alb und an Innenminister Reinhold Gall (SPD) schildern die Mediziner, die mit dem ASB Alb & Stauferland zu Einsätzen ausrücken, ihre Gründe für die Kündigung des Notarztdienstes zum Jahresende.

Mit der wie berichtet vom Bereichsausschuss für den Rettungsdienst beschlossenen Standortfixierung in Laichingen könnten nur die Laichinger Ärzte noch am System teilnehmen, da von allen anderen ein Aufenthalt auf der Wache gefordert werde. Dazu seien diese nicht bereit, sie wohnen in Günzburg, Merklingen, Nellingen und Berghülen. Weil es kein Krankenhaus gibt, sei das Notarztsystem auf der Alb angewiesen auf Mediziner, "die bereit sind, diesen anspruchsvollen Dienst zusätzlich in ihrer Freizeit zu leisten", heißt es in dem Brief an die Politiker. Die Ärzte beklagen, dass der zuständige Bereichsausschuss für den Rettungsdienst keine Kompromissbereitschaft zeigt. Sie zweifeln die Daten zu den Hilfsfristen an, die in einem Strukturgutachten festgehalten sind. Eigene Erhebungen führten zu einem besseren Ergebnis. Die beteiligten Mediziner schlagen einen flexiblen Notarztdienst vor. Das würde heißen, das von einem ASB-Mitarbeiter gesteuerte Notarzteinsatzfahrzeug - je nachdem, welcher Arzt Dienst hat - in Laichingen oder in Merklingen vorzuhalten und zusätzlich in Nellingen, wo Dr. Michael Gösele wohnt, der in der Vergangenheit viele Schichten übernommen hat.

Der Laichinger Arzt Dr. Günter Schmid hat dem Bereichsausschuss mitgeteilt, grundsätzlich auch über den Jahreswechsel hinaus als Notarzt zur Verfügung zu stehen, allerdings müssten offene Fragen geklärt werden, etwa woher andere Notärzte geholt werden sollen, wenn keiner der bisherigen Kollegen übrig bleibt. Er sehe sich nicht in der Lage, für eine lückenlose notärztliche Versorgung Verantwortung zu übernehmen. Er betont, dass er nicht mehr wie in den vergangenen 25 Jahren bereit ist, die Dienstpläne zu erstellen. Günter Schmid, der im Laichinger Gemeinderat sitzt, kündigt an, dass das Gremium in einer der nächsten Sitzungen über das Thema diskutieren wird. Dazu werde ein Vertreter des Bereichsausschusses eingeladen.