Moment mal Rettung im Kühlschrank: Die Notfalldose

Rettungshelfer: Dose für den Kühlschrank, Kleber für die Wohnungstür.
Rettungshelfer: Dose für den Kühlschrank, Kleber für die Wohnungstür. © Foto: Notfalldose.de
rs/sam 27.07.2018

Dass ein Kühlschrank Leben retten kann, bedarf dieser Tage kaum einer längeren Erklärung. Schon gar nicht in Dachgeschosswohnungen, da können wir ein ganz eigenes Lied davon singen – oder ein Moment mal schreiben. Aber nicht jetzt. Jetzt fächeln wir uns vor dem offenen Kühlschrank sitzend Luft zu und stellen uns diese Frage: Warum steht da drin eine grüne Dose mit lebensrettenden Informationen für den Notfall?

Die Antwort: Weil der Kühlschrank gemeinhin schnell zu finden und außerdem in jedem Haushalt vorhanden ist. Eine Logik, die Wolfgang Göhler von der Kreuzapotheke in Dornstadt überzeugt hat. 100 Notfalldosen stiftete er zum einjährigen Bestehen des örtlichen Seniorentreffs. Die Plastikteile in der Größe eines Joghurtbechers fanden bei den Besuchern reißenden Absatz. Schon seit 2014 werden diese Behältnisse hergestellt, in denen ein gefalteter Zettel mit persönlichen Angaben, Krankenkasseninformationen, Vorerkrankungen, Blutgruppe, Medikamenten, gesundheitlicher Vorgeschichte sowie mögliche Unverträglichkeiten Platz findet. Und sie kommen langsam aber sicher in Mode. Die Landesseniorenräte in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg sind schon überzeugt, in den Ländern ist das System bereits fest etabliert. System deshalb, weil zur Dose im Kühlschrank ein Aufkleber an der Innenseite der Wohnungstür gehört, der im Ernstfall die Rettungskräfte darauf hinweist, dass sie in den Kühlschrank gucken sollen. Wo dann ohne weiteren Suchaufwand alle Informationen vorhanden sind. Apotheker Wolfgang Göhler empfiehlt die Dose übrigens nicht nur älteren Menschen, sondern auch den jungen. Schließlich koste sie auch nur ein paar Euro und sei ohne größeren Aufwand in fast jeder Apotheke oder im Internet erhältlich.

Während wir hier zur Abkühlung in den Kühlschrank glotzen wird uns bewusst, dass wir dann aber doch ein bisschen Aufwand betreiben müssen, damit die Dose schnell gefunden werden kann – und sich Retter nicht erst durch Heidelbeermarmelade, Grillsauce und Sahnemeerrettich wühlen müssten.
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