Region Regionalverband Donau-Iller macht Dampf für S-Bahn

Die Südbahn bei Erbach: Nicht nur der IRE-Halt am dortigen Bahnhof ist ein strittiger Punkt in der Region mit dem Verkehrsministerium.
Die Südbahn bei Erbach: Nicht nur der IRE-Halt am dortigen Bahnhof ist ein strittiger Punkt in der Region mit dem Verkehrsministerium. © Foto: Franz Glogger
Region / MICHAEL JANJANIN 28.05.2014
Der Ärger über die zurückhaltende Position des Landes Baden-Württemberg in Sachen Schienenverkehr rund um Ulm ist groß. Der Regionalverband sammelt nun weitere Argumente für das S-Bahn-Konzept.

Es hatte alles mit einem Paukenschlag und guten Reden begonnen: Die Reaktivierung der von Anfang an gut genutzten Bahnlinie zwischen Weißenhorn über Senden nach Ulm wurde hoch gelobt als Auftakt zur Verwirklichung eines S-Bahn-Netzes für die Region Ulm/Neu-Ulm und darüber hinaus. Mit Taktverkehr auf einem sternförmig, aufs Oberzentrum zulaufenden Nahverkehrs-Schienennetz.

In der Versammlung des Regionalverbands Donau-Iller macht sich Frust darüber breit, dass die schrittweise Weiterentwicklung im Finanzierungs-Hick-Hack mit dem Land Baden-Württemberg und den ständigen Änderungen der Landesplanung festzuhängen scheint. Der Ulmer Baubürgermeister Alexander Wetzig - von dort war die Initiative gekommen, die Bahnlinie nach Weißenhorn zu sichern und für zehn Millionen Euro auszubauen - war ungehalten über die ständigen Änderungen, die die regionalen Planungen erschweren. "Die Landesregierung leistet sich hier einen regionalpolitischen Offenbarungseid", sagte er.

Für die Brenzbahn rechnet der Regionalverband schließlich in Absprache mit den benachbarten Regionen und Landkreisen mit einem stündlichen Interregio, Verbesserungen für die Donaubahn und für die Südbahn ein stündlicher, statt eines alle zwei Stunden fahrenden schnellen Zuges. Das Ziel: Durch Angebotsveränderungen bei Zugverbindungen, die das Land finanziert, mit den Nahverkehrs-Anstrengungen der kommunalen Partner zu kombinieren - und damit zu S-Bahn-Takt. Der Regionalverband hat den Auftrag, die Recherchen und die Planungen für eine Betriebsstudie "Regio-S-Bahn Donau-Iller" federführend zu koordinieren. Der Entwurf für einen endgültigen Bericht, wie ein moderner Nahverkehr aussehen kann, der auf das Oberzentrum zuläuft, befindet sich gerade in Abstimmung mit den beiden beteiligten Bundesländern Baden-Württemberg und Bayern.

Im Verlauf der Planungen hatte es jedoch ständig Veränderungen gegeben. Eine davon hat in der Öffentlichkeit heftige Reaktionen ausgelöst: Die Ankündigung der Deutschen BahnAG, im zentralen Knotenpunkt am Hauptbahnhof Ulm nach dem Umbau ohne fünften Bahnsteig auskommen zu wollen - also ohne Regionalgleis. Auch bei der Sitzung des Donau-Iller Planungsausschusses am Dienstag beschwerte sich der Ulmer CDU-Politiker Herbert Dörfler, dass bei einem Investitionsvolumen von rund 70 Millionen Euro das fünfte Gleis nicht unterzubringen war. Der Verbandsvorsitzende und Landrat des Alb-Donau-Kreises Heinz Seiffert (CDU) entgegnete, dass dieser Aussage wohl kaum jemand widersprechen werde. "Es ist aber auch keiner da, der die Hand hebt, um die 15 bis 20 Millionen Euro an Mehrkosten zu übernehmen."

Georges Rey, Verkehrsplaner der Firma SMA in Zürich, hat in einer früheren Verbandsversammlung dazu geraten, den Aufbau eines regionalen S-Bahn-Netzes auch mit vier Bahnsteigen zu planen. Dies sei möglich: Letztendlich geht es darum, das Umsteigen in Ulm von einem Nahverkehrszug zum anderen möglichst ohne Hetze von einem Bahnsteig zum anderen zu gestalten.

Neue Fragen werfen nun auch anstehen Änderungen durch ein ganz neues Landeskonzept für den Schienenverkehr in Baden-Württemberg auf. "Fahrpläne habe ich noch keine gesehen", sagte Verbandsdirektor Markus Riethe. Um jedoch nicht zu den Verlierern des neuen Konzepts zu gehören, trägt nun das bereits mit der Machbarkeitsstudie für die Regio-S-Bahn beauftragte Ingenieurbüro SMA und Partner aus Zürich alle neuen Entwicklungen in einem Konzept zusammen. Es ist gleichzeitig eine aktualisierte Argumentationshilfe gegenüber dem finanzierenden Land - unterlegt mit zu erwartenden Fahrgastzahlen, Fahrzeiten und Fahrplänen. Das Gutachten kostet etwas mehr als 23 000 Euro und wird allein aus regionalen Mitteln bestritten.

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