Drei maskierte, schwarz gekleidete Männer haben in der Nacht zum 27. Juni 2012 einen Autohändler in Burgau (Landkreis Günzburg) brutal überfallen. Sie schlugen ein Fenster ein und stiegen in das Wohnhaus des 46-jährigen Geschäftsmannes. Dazu benutzten sie ein Metallgerüst, einen Tisch und Europaletten aus der Umgebung, teilt das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West mit. Sie bedrohten ihn mit einem Messer, schlugen und fesselten ihn. Der 46-Jährige wurde schwer verletzt, die Täter durchwühlten die Zimmer und flüchteten mit 10.000 Euro Bargeld. Der Autohändler konnte sich befreien und die Polizei alarmieren.

Ermittlungen und Fahndung führten nicht weiter, ebenso wenig ein Bericht über den Fall in der Fernsehsendung Aktenzeichen XY. Nun ist die Neu-Ulmer Kriminalpolizei dem Täter auf die Schliche gekommen. Der Erkennungsdienst konnte am Tatort in Burgau eine DNA-Spur von einem der Männer sichern. Ein Abgleich mit der DNA-Datenbank führte nun zu einem Treffer: Der Tatverdächtige aus der russischen Föderation sitzt seit Ende 2012 in einer bayerischen Justizvollzugsanstalt in Haft - wegen eines schweren Raubs in Ansbach und eines Betäubungsmitteldeliktes in Heilbronn, erklärt Polizeisprecher Robert Graf. Der 35-Jährige habe bis zum Überfall bereits einige Jahre im Landkreis Günzburg gelebt.

Zum dem aktuellen Vorwurf, den Raubüberfall in Burgau begangene zu haben, und zu den noch unbekannten Komplizen mache er zur Zeit keine Angaben. Die beiden anderen Täter sind noch auf der Flucht. Die Kripo Neu-Ulm schließt nicht aus, dass der 35-Jährige überörtlich zugange war. Sie prüft, ob das Trio für weitere, ähnliche Straftaten in Frage kommt. Ob es einen Zusammenhang mit dem Überfall auf einen Uhrenhändler und seine Familie Ende Juli 2013 in Illerberg gibt, ist nicht klar. Zwei maskierte, bewaffnete und schwarz gekleidete Räuber waren in das Wohnhaus eingedrungen. In dem Fall gebe es noch keine neuen Erkenntnisse.