Blaubeuren / Karin Mitschang

Seinen Schwarzwurst-Orden hat Bürgermeister Jörg Seibold von den Feuerteufeln wie immer überreicht bekommen. Doch in diesem Jahr drinnen im Rathaus, und vom Ehrenzunftmeister Reiner Baur. Denn das Motto war am Montagmorgen: „Rathaussturm wie vor 40 Jahren“. Gründungsmitglied Baur berichtete nach dem fröhlichen Sturm durch sämtliche Büros, wie es beim ersten Mal war: „Wir sind mit dem Leiterwagen, einer Kiste Sekt und Schwarzwurst rein gegangen und haben im Foyer beim Schorsch [Bürgermeister Georg Hiller] unseren Tanz zum ersten Mal aufgeführt.“ Pfarrer Anton Gruber spielte Gitarre, und Manfred Kloos betätigte eine Drehorgel.

Zum Tanz kam es in dieser Woche zwar nicht, aber endlich hatten die verkleideten Rathausmitarbeiter auch mal was vom Sturm desselben, „sonst lassen sie mich ja freitagabends immer im Stich“, meinte Seibold. Der Bürgermeister freute sich „sehr, dass ihr nach 40 Jahren geschnallt habt, dass es hier auch eine Tür und eine Treppe gibt“. Denn bekanntlich muss er sonst übers Fenster auf der Leiter hinaus, was gerade für Kinder spektakulär ist. „Ihr könnt im nächsten Jahr auch wieder reinkommen, wenn ihr wollt“, bot das Stadtoberhaupt an. Doch dann wird es, wie seit 2005, wieder den Sturm gemeinsam mit den anderen Blaubeurer Zünften am Freitagabend geben, ließ Baur wissen.

Bei Krapfen, Fasnetsküchle, Sekt und Schwarzwurst – Seibold: „Ich teile meine Schwarzwurst gerne“ – haben auch einige Bürger und Narrensamen noch nett gefeiert, und im Gerhauser Ried wurde dann am Dienstagabend wieder der Teufel und somit die Fasnet verbrannt. Und nun heißt es also wieder: „’s goht drgega“.