Patenter Rasantes Rennen in Gerhausen

Gerhausen / FRANZ GLOGGER 08.02.2015
Zisch, rumpel – und durch waren sie: In einem der schnellsten Patenter-Rennen sind gestern 37 Teams ins Ziel geflitzt. Eine bestens präparierte Strecke sorgte für so wenig Stürze wie noch nie. Mit einer Bildergalerie

Ein Jahr Pause wegen ausgefallenem Winter, den ersten Termin Anfang Januar um einen Monat verschoben: Das bedeutete bei den Gerhausern und den Teams Hufescharren vor dem von der Vereinsgemeinschaft veranstalteten 26. Patenter-Rennen mit historischen Schlitten. Eiseskälte sowie eine von der Feuerwehr mit 1100 Liter Wasser bestens präparierte Rennstrecke garantierten, dass diesmal nichts schiefgehen konnte. Erstmals war auch ein Pisten-Bully zum Glätten der 201 Meter langen Strecke im Einsatz. „Das dürfte eins der schnellsten Rennen werden“, vermutete der Streckensprecher, als die 37 Teams zur Streckenbesichtigung das „Bühl“ hochstapften. Der Rekord liegt bei knapp über 17 Sekunden.

Die einzigen Jugendteams Timm Bayer/Henrik Lorenz und Laurin Baumann/Sebastian Hirt – die Jungs sind alle zwölf Jahre alt und in Schelklingen zu Hause – hatten keinen Rekord im Blick, aber eine möglichst gute Zeit. Und natürlich die Nase vor den Freunden zu haben. „Den Hang leicht links runter, um die Kurve gut zu erwischen“, verriet Tim sein Rezept. „Und bloß nicht bremsen“, ergänzte Anschieber Henrik. Ihre Kumpanen hatten die identische Taktik: Die Kurve knapp nehmen und „laufen lassen“.

Der gebürtige Gerhauser Giovanni Romolo (50) ist seit drei Jahren mit seinem Sohn Tobias dabei. Der sei der wichtigste Part, denn „nichts geht über einen guten Schieber“, sagte Romolo. Vor zwei Jahren hatten sie immerhin Platz zwei belegt. Das Team „Fire & Ice“, Martin Scheible und Steffen Leyrer, sauste als erstes den Hang herunter. 20,27 Sekunden zeigte die elektronische Zeitmessung. Eine Bombenzeit, da die Strecke meist immer schneller wird. Es brauchte aber weitere 19 Teilnehmer, bevor das Team Mattheis/Mattheis die 20-Sekunden-Hürde knackte. Das Team „Ost-West-Mischung“ erwischte es mit 17,86 Sekunden im ersten Durchgang am besten, schnupperte am Rekord. Den wollten die Inhaber, das „Mecki“-Team mit Thomas und Reiner Striebel, selber knacken. Der Traum war nach wenigen Sekunden ausgeträumt. Thomas Striebel fuhr zwar mit rasant durchs Ziel, hatte aber Bruder Reiner nach wenigen Sekunden verloren. Der sprintete, was das Zeug hielt – die Uhr hält an, wenn das komplette Team samt Schlitten die Lichtschranke passiert –, brauchte aber fast eine Minute.

Die perfekt präparierte Piste sorgte für weitgehend gleiche Bedingungen für alle Teams und so wenige Stürze wie noch nie. Nur ein Team legte es an der sonst so gefürchteten einzigen Kurve, zwei trennten sich etwas danach von ihrem Gefährt. Zwei, drei weitere Anschieber brachten Schlitten und Lenker in Fahrt, legten sich jedoch sofort flach oder verpassten den Aufsprung. „Für die Zuschauer zwar etwas unspektakulär, aber besser, als wenn wir den da unten bräuchten“, sagte ein Helfer und deutete Richtung Rettungswagen. Hunderte Zuschauer hatten trotzdem ihren Spaß. Frenetisch wurden Bekannte angefeuert, „Läufer“ angespornt oder einfach mit Bekannten ein Plausch am Streckenrand gehalten.

Für den zweiten Durchgang hatten sich Sonja Gut und Stefan Schüle als „Damenmannschaft“ – wer am Lenker sitzt, zählt – viel vorgenommen. Im ersten habe es „nicht so doll“ geklappt, „aber jetzt geben wir alles“, sagte die Frau am Steuer. Die beiden belegten Platz 3 bei den Damen-Teams. Erste wurden Bettina Bohnacker und Katrin Straub, Zweite Vicki Bucher und Uwe Bayer. Bei den Herren blieben die drei Erstplatzierten des ersten Durchgangs vorn: Gerd Neisser und Roland Mindel gewannen vor Andreas Keck und Daniel Bux sowie dem Duo Linder/Häfele. Bei der Jugend landeten Bayer/Lorenz vor Baumann/Hirt. Alle Ergebnisse gibt es auf www.vereine-gerhausen.de.

Wacker schlugen sich auch die „Pfundskerle“, die SÜDWEST-PRESSE-Fotografen Volkmar Könneke und Matthias Kessler, auf Platz 20. „Nach 20 Jahren erstmals wieder auf einem Patenter – dafür ist das gar nicht übel“, erklärte Könneke. „Nächstes Jahr sind wir bei der Gaudi wieder dabei“, sagte Kessler.

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