Fasnet Ranzenburg erlebt ein grandioses Finale

Viel war  los auf und vor der Bühnebeim Rosenmontagsball – dem letzten Höhepunkt der Fasnet in Ranzenburg.
Viel war los auf und vor der Bühnebeim Rosenmontagsball – dem letzten Höhepunkt der Fasnet in Ranzenburg. © Foto: Martin Dambacher
Von Martin Dambacher 14.02.2018

Woran merkt man in Ranzenburg, dass Rosenmontag ist? Genau! An einer gut gefüllten Narrhalla, tollen Reden der Prinzenpaare und einem Publikum, das darauf brennt, die Höhepunkte der Ranzenburger Ball-Fasnet nochmals erleben zu dürfen. „Unsere Garden werden noch mal alles geben. Mit den schönsten Tänzen bringen sie die Halle zum Beben“, versprach Hofmarschallin Melanie Reuter. Auch der TSV, die Griasmolle und Ranzenburger Hexen waren mit von der Partie, beim Programm „mit Best-Of Garantie“. Nochmals zu Hochform liefen die kleinen und großen Tollitäten auf. „Lasst es nochmal richtig krachen und öffnet Augen, Herz und Ohr“, appellierte Kinderprinzessin Franzsika II.„Die Fasnet muss in Ranzenburg bleiben, denn hier schlägt das Narrenherz“, ergänzte Kinderprinz Emil I. vollmundig.

Ebenfalls bestens gelaunt in der Bütt war das große Prinzenpaar. „Die Prinzessin, die kann feiern und auch mal was trinken“, plauderte Prinz Sebastian II. dabei aus dem Nähkästchen, „dazu am nächsten Tag als wäre nichts gewesen lächelnd von der Bühne winken“. Beim Prinz sehe das schon anders aus, konterte Lisa I.. Nach nem fröhlichen Abend verlasse dieser am liebsten drei Tage weder Bett noch Haus. Seine vielen Termine meisterte das Paar jedoch allesamt souverän und begeistert. Denn bereits bei der Inthronisation am 11.11. wussten die beiden zu überzeugen, genau wie beim Hofball der Ranzenburger Narrenzunft.

Letzterer hatte die Ballsaison in Dietenheim eröffnet, die dank des 40-jährigen Jubiläums der Griasmolle um eine Veranstaltung reicher war. Auch die Ranzenburger Hexen konnten mit dem 20. Narrenbaumstellen einen runden Geburtstag feiern, genau wie die „Giaßabar“, die auf 30 Jahre Erfolgsgeschichte zurückblickt (wir berichteten).

Fast genauso lange wie die Kultbar der Stadtkapelle, gibt es auch die Narrenmesse. Seit 28 Jahren ist sie der Auftakt zum Fasnetssonntag. Dass dies so ist, liegt nicht nur an der gelungenen Mischung aus Messe, Musik und Narretei, sondern auch an der gelebten Ökumene. So ist es mittlerweile schon selbstverständlich, dass der evangelische Pfarrer Breitkreuz die Predigt auf Schwäbisch hält und die gläubigen Narren beider Konfessionen bunt gemischt in den vollen Reihen sitzen. „Nur bei den Kassen gehen beide Kirchen im Ort noch getrennte Wege“, stellte Barbara Dursch kürzlich bei einer Scheckübergabe des Handwerker- und Gewerbevereins an die Vertreter der ökumenischen Bücherei fest. Aus diesem Grund bekomme jeder einen Scheck über 500 Euro. Das Geld stammt aus dem Erlös der Weihnachtsmarkt-Tombola.

Die Fasnet ist begraben

Dass es in naher Zukunft Veränderungen auch in der Pfarreien-Landschaft Ranzenburgs geben könnte, diskutierten die beiden Geistlichen Bundschuh und Breitkreuz als Pfarramtssekretärinnen in einem launigen Dialog während der Pfarrfasnet im Don-Bosco-Heim. Viel wurde spekuliert über den Pfarrhaustausch, eine neue Route der Fronleichnamsprozession und die Mitgliedschaft des Papstes in der Whats-App-Gruppe der Bürgerwehr. Apropos Handy. Um Telefone ging es beim Tanz der Crazy Girls auf dem Sportlerball in Regglisweiler, den die Bätscher Buam rockten. Beifallsstürme gab es für die AH-Fußballmannschaft der Sportfreunde Sießen im Wald mit ihrer „Reise durch die 80er“ sowie für das Showteam der HSG Illertal mit ihrem Tanz zu „Barbie & Ken“. Letzteren gab es auch bei den beiden TSV-Bällen und beim Rosenmontagsball nochmals zu bestaunen, genau wie den Auftritt der Fußballer und der Turner-Boyband „Take Five“. Alle Garden sowie die Ranzenburger Hexen und Griasmolle führten beim großen Finale am Montag erneut ihre Tänze auf – von Müdigkeit nach dem von rund
5000 Zuschauern gesäumten Fasnetsumzug am Sonntag keine Spur.

Den Abspann der kurzen, aber knackigen Kampagne gab es für  die neun hiesigen Maskenzünfte am gestrigen Dienstag bei einem der vielen Umzüge in der Region. Am Abend beim Kehraus der Ranzenburger Narrenzunft wurde die Fasnet dann offiziell zu Grabe getragen.

Für ein Selfi bis nach Paris

Kurioses Nicht nur auf Ranzenburgs Bühnen war in der Fasnet viel los. Auch abseits davon gab es genügend zu lachen über kuriose Geschichten.  Zum Beispiel über das legendäre TV-Interview der Indien-Pilger, die von Dietenheim als „oifach great“ schwärmen. Oder über einen Elferrat, der nach dem Umzug in Au mit ein paar Freunden für ein Selfie mit Eiffelturm via Taxi nach Paris fuhr. Oder die verzweifelte Suche nach einem verschollenen Hofnarr am Rußigen Freitag. Auch verlorene Stimmen und rätselhafte Infekte gab es nach dem „Gompigen Doschdig“ und nach dem Fasnetssonntag in den Reihen der Narren zuhauf – ein fehlendes Glas fürs Bier wurde dagegen auch mal kreativ ersetzt – durch den Schuh der Prinzessin.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel