Rammingen / Kurt Fahrner Vor dem Ramminger Rathaus wird eine Ladestation für Elektro-Fahrzeuge installiert. Ob ein E-Auto für die Bürger dazukommt, wird derzeit diskutiert.

Car-Sharing, mit diesem Begriff werden gemeinhin Metropolregionen verbunden, weitaus weniger kleine Gemeinden auf dem flachen Land. Anders in der rund 1300 Einwohner zählenden Gemeinde Rammingen. Von Bürgermeister Karl-Friedrich Häcker kam die Idee, in Rammingen ein Car-Sharing-System zu installieren und dafür ein Elektro-Fahrzeug vorzusehen. Und darüber hinaus eine Ladestation im Ort einzurichten.

Als Experten lud Häcker Philipp Röhrer von der EnBW/ODR Ellwangen und Reimund Baur von der Mutlanger „Rent“-Firma in den Gemeinderat ein. Nach einer über eineinhalbstündigen Diskussion beschloss der Gemeinderat einstimmig, eine Ladestation für E-Fahrzeuge auf dem Parkplatz vor dem Rathaus unmittelbar bei der Trafo-Station einzurichten und sie möglichst mit Energie aus einer Photovoltaik-Anlage zu speisen.

Hinsichtlich der Einführung eines Car-Sharing-Systems mit einem Elektroauto soll die Firma Baur der Ramminger Bevölkerung Fahrzeuge öffentlich vorstellen. Sollte Interesse und Bedarf ersichtlich sein, werde die Gemeinde in Vertragsverhandlungen treten. Eine Internetumfrage habe durchaus ein Interesse seitens der Ramminger an einem Car-Sharing-Angebot gezeigt, hieß es in der Sitzung.

Die E-Ladesäule wird davon unabhängig installiert. Das Car-Sharing für Rammingen wurde von den Räten in der Sitzung durchaus kontrovers diskutiert. So bezweifelte Gemeinderat Dietmar Steck, ob ein solches System im Dorf überhaupt angenommen werde und damit wirtschaftlich betrieben werden könne. Im Übrigen sah er „Probleme im Detail“ wie Schadenshaftung am Fahrzeug, Reichweite des E-Fahrzeugs, Pflege des Fahrzeugs und Organisation des Fahrbetriebs, was für zusätzlichen Verwaltungsaufwand für das Rathaus sorgen könnte.

Baur wies hingegen auf rund 30 Kommunen, darunter auch kleinere Gemeinden, hin, in denen seine Firma Car-Sharing betreibe und dies reibungslos funktioniere.

Die Gemeinderäte Gerhard Henle, Heidrun Grübel und Christian Stängle befürworteten einen Versuch. Sie sehen im Car-Sharing Chancen für Familien und Betriebe vor Ort, sie könnten von der Beschaffung eines Zweitfahrzeugs oder eines zusätzlichen Firmenautos absehen.

Auf Vorschlag von Gemeinderat Hermann Steck wird die Öffentlichkeit mit einer Vorstellung der Fahrzeuge und mit einer umfassenden Information in die Entscheidung einbezogen werden. „Wenn Car-Sharing in Rammingen dann letztendlich nicht klappen würde, gehen uns 4500 Euro Einrichtungsgebühr verloren“, sagte Bürgermeister Häcker. Dies sollte der Gemeinde die Sache wert sein.